Banden-Gewalt in St. Pölten

Prügel für Vater – "Fühle mich hier nicht mehr sicher"

Mücahit Ü. (28) ist in St. Pölten geboren und aufgewachsen. Doch die Zeiten sind rau geworden. "Ich habe Angst um meine Familie", sagt der 28-Jährige.
Niederösterreich Heute
01.02.2024, 05:00
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"Wir haben Angst, dass uns jemand absticht", erzählt Mücahit Ü. (28) besorgt im "Heute"-Gespräch. Der 28-jährige Österreicher mit türkischem Migrationshintergrund ist in Sankt Pölten geboren und aufgewachsen. Die Landeshauptstadt ist seine Heimat, hier gründete der Gastronomie-Angestellte auch eine Familie, mit seiner Frau hat er zwei Kinder (3 Jahre und 7 Monate).

Drogen, Gewalt

Doch bereits seit längerer Zeit schläft der 28-Jährige schlecht. "Meine Frau traut sich abends nicht mehr aus der Wohnung", schildert er. St. Pölten sei vor allem nachts ein gefährliches Pflaster geworden, Straßen-Gangs und Banden mit Verbindungen ins Drogen-Milieu würden durch die Stadt ziehen, Menschen anpöbeln und Schlägerein anzetteln

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„Meine Frau traut sich abends nicht mehr aus der Wohnung.“
Mücahit Ü.aus St. Pölten

Ein Vorfall vergangenes Wochenende in einem Lokal im Gebäude des Hollywood Megaplex gab Mücahit Ü. jetzt den Rest. "Mein kleiner Bruder war in der Bar essen, als plötzlich zehn oder zwölf Personen auf ihn losgingen, ich sagte ihm, er soll sich fernhalten und fuhr so schnell wie möglich hin. Bereits als ich das Kino-Gebäude betrat, hörte ich Schreie, rief sicherheitshalber gleich die Polizei - die dann auch wirklich schnell vor Ort war", schildert der St. Pöltner.

"Ich stech' euch ab!"

Beim Versuch zu deeskalieren, geriet die Situation dann außer Kontrolle. "Plötzlich meinte der eine, er habe ein Messer, schrie: 'Ich stech' euch ab!'", so der 28-Jährige, der im nächsten Moment zwei Faustschläge ins Gesicht abbekam.

Der zweifache Vater musste in die Ambulanz. Diagnose: Jochbeinprellung und eine vermutete Augapfelprellung. "Am nächsten Tag habe ich schon Nachrichten über soziale Medien bekommen, dass man Vergeltung wolle, weil ich die Polizei gerufen habe", erzählt er. Er wandte sich jetzt hilfesuchend an FPÖ-Stadtrat Klaus Otzelberger. 

„Ich habe auch Migrationshintergrund, aber ich benehme mich hier.“
Mücahit Ü.aus St. Pölten

"Der eine Typ war schon mehrmals im Gefängnis, kommt immer wieder rein und wieder raus. Ich verstehe nicht, warum das Justizministerium das macht. Wir haben Angst", sagt Mücahit Ü., der einen der Täter noch aus der Kindheit flüchtig kennt.

"Ich habe auch Migrationshintergrund, aber ich benehme mich hier. Wir gehen arbeiten und sind integriert. Als ich ein Kind war, hat es das nicht gegeben, da sind wir auch oft spät abends heimgekommen, aber wir mussten keine Angst haben. Ich fühle mich hier einfach nicht mehr sicher", so der St. Pöltner mit türkischen Wurzeln.

{title && {title} } red, {title && {title} } 01.02.2024, 05:00