Niederösterreich

Prügelei-Ermittlungen um Türnitzer Ortschef eingestellt

Zu Weihnachten war der Türnitzer Bürgermeister Christian Leeb in eine wilde Schlägerei verwickelt. Laut Staatsanwaltschaft handelte er aus Notwehr.
10.03.2022, 15:05

Szenen wie im Wilden West spielten sich in den Weihnachtstagen im Bezirk Lilienfeld ab: In einem Gasthaus kam es wie berichtet zum Streit zwischen einem 47-Jährigen und Christian Leeb (49), dem Ortschef von Türnitz. Schließlich soll es zu einem Handgemenge gekommen sein, die Auseinandersetzung verlagerte sich auf den Parkplatz beim Bahnhof. Der Ortschef wollte schließlich mit dem Auto das Weite suchen, der Kontrahent fuhr hinterher, es kam zu neuerlichen Handgreiflichkeiten - die ausführliche Geschichte gibt es hier zum Nachlesen. 

Bürgermeister hatte Waffen im Auto

Der 47-Jährige landete jedenfalls mit einer Kopfwunde im Spital Lilienfeld, Bürgermeister Leeb soll kurzfristig festgenommen worden sein (der Bürgermeister hatte Jagdwaffen im Auto). Beide Männer wurde schließlich wegen des Verdachtes der Körperverletzung, Sachbeschädigung und gefährlichen Drohung angezeigt. Laut Exekutive waren beide Verdächtigen zum Tatzeitpunkt (Anm.: Abend des Christtages) erheblich alkoholisiert. Der 47-Jährige soll einschlägig vorbestraft sein. Leeb wurde vorübergehend der Führerschein abgenommen und es wurde ein Waffenverbot ausgesprochen.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Christian Leeb erklärte auf "Heute"-Nachfrage damals seine Sicht der Dinge so: "Ich habe im Wirtshaus einen blöden Witz gemacht. Er schlug sofort zu und meine Brille ging dabei zu Bruch. Ich ging und er drohte, mich mit einer Pumpgun zu erschießen. Ich flüchtete daraufhin, doch er stellte mich, indem er den Wagen quer stellte. Mit zwei Bierflaschen schlug er auf mich und mein Fahrzeug ein. Ich schaffte es ins Auto zurück, fuhr mit kaputter Brille, im Blindflug sozusagen, weiter und wollte zu einem Bekannten und dort Unterschlupf finden. Da holte mich der Verfolger wieder ein und es ging wieder los. Daraufhin wählte ich den Notruf. Die Polizei kam und der 47-Jährige sagte, ich hätte ihn massiv bedroht, sogar gedroht, eine Waffe zu holen. Das stimmt natürlich nicht."

Staatsanwaltschaft beendet Ermittlungen

In der Folge beschäftigte sich die Staatsanwaltschaft mit dem Fall und glaubte nach Zeugenaussagen der Version des Bürgermeisters. Es habe sich laut Sprecher Leopold Bien "klar ergeben", dass Leeb in Notwehr gehandelt habe, die Ermittlungen seien deshalb eingestellt worden. Der Kontrahent habe aber einen Fortführungsantrag gestellt über den nun das Landesgericht entscheiden muss.

Anders sieht die Sache beim bei 47-Jährigen aus. In seinem Fall erhob die Staatsanwaltschaft einen Strafantrag wegen gefährlicher Drohung, Nötigung und Sachbeschädigung. Er wird sich also vor Gericht verantworten müssen.