Neues Öl ins Feuer gießt man bei PSG nun mit zwei aufsehenerregenden Aktionen. Prangte bislang das Konterfei Mbappés in überdimensionaler Größe an der Fassade des Pariser Stadions, ist dem nun nicht mehr so. Videoaufnahmen zeigen, wie Arbeiter auf einem Kran das Mbappé-Poster am Parc des Princes abtransportieren. Doch damit nicht genug. Auch im offiziellen Fanshop sucht man gemäß französischen Medienberichten neuerdings vergeblich nach Mbappé-Utensilien. PSG soll das Trikot des Weltmeisters von 2018 verbannt haben. Auch online könne man es nicht mehr bestellen.
Der Klub nahm Mbappé zuletzt auch nicht mit auf die Asien-Tour. Seither muss der Stürmer in Paris mit einer Gruppe von aussortierten Spielern wie Julian Draxler, Leandro Paredes oder Georginio Wijnaldum trainieren, die allesamt keine Zukunft in der Stadt der Liebe haben.
Beim Saisonauftakt am kommenden Sonntag gegen Yvon Mvogos Lorient dürfte Mbappé damit definitiv fehlen. Ob er auch danach und womöglich die ganze Saison weiter auf der Tribüne schmoren muss, bleibt abzuwarten. Die PSG-Bosse hatten jenes Szenario angedroht. Gemäß "L’Équipe" sollen Nasser Al-Khelaifi und Co. seit Wochen keinerlei Kontakt mit Mbappé und seiner Entourage haben.
Al-Khelaifi und die katarischen Investoren des französischen Meisters scheinen aufgrund des Verhaltens ihres wertvollsten Schützlinges (Marktwert 180 Millionen Euro) im Stolz verletzt zu sein. Mit der Verbannung Mbappés in die Reservistengruppe und der Entfernung seines Posters und seiner Trikots signalisieren sie nun, wie ernst es ihnen ist.
Wenig amüsiert über das Transfer-Theater um Mbappé ist PSG-Trainer Luis Enrique. Die "Marca" hatte zuletzt darüber berichtet, dass sich der Spanier nach bloss einem Monat im Amt schon Gedanken über einen vorzeitigen Abgang mache. Ein Hauptgrund für Enriques Rücktrittsüberlegungen soll auch die drohende Entlassung von Sportdirektor Luis Campos sein. Der Portugiese könnte offenbar seinen Job verlieren, weil er es nicht geschafft hat, Mbappé von einem langfristigen Verbleib in Paris über 2024 hinaus zu überzeugen.