Psychiatrie-Patienten ans Bett gefesselt, missbraucht

Die Vorfälle sollen sich im Bezirkskrankenhaus Kufstein zugetragen haben.
Die Vorfälle sollen sich im Bezirkskrankenhaus Kufstein zugetragen haben.Roland Mühlanger / picturedesk.com
Zwei Ex-Mitarbeitern wird sexueller Missbrauch und eine unzulässige Fixierung vorgeworfen. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft.

Ein Mobbing-Fall am Bezirkskrankenhaus Kufstein (T) brachte den Fall ins Rollen: Der Rechtsanwalt eines ehemaligen Spital-Mitarbeiters, Michael Rück, hatte im Zuge eines Gerichtsverfahrens Missstände an der dortigen Psychiatrie-Abteilung publik gemacht.

Als Grundlage diente der Verlauf einer Chatgruppe namens "Team Psychiatrie", berichtete die "Tiroler Tageszeitung" (TT). Die Chat-Mitglieder wurden ohne deren Einwilligung fotografiert und gefilmt. Die Aufnahmen wurden anschließend in den Chat gestellt und etwa mit Lachsmileys versehen: "Man hat sich über die Patienten lustig gemacht!", erklärte Rück der "TT".

Über Patienten lustig gemacht

Auf einem Video ist etwa eine demente Frau zu sehen, die nicht aufgenommen werden will. In einem anderen Clip soll ein Pfleger zu sehen sein, der an einem Fixierbett sexuelle Handlungen vornimmt. Das Video soll er wiederum an eine Patientin geschickt haben, die sich verstört an den Mandanten von Rück gewandt hatte.

Nachdem die Vorwürfe im Juli aufgekommen waren, scheint sich die Verdachtslage nun erhärtet zu haben. Denn die Staatsanwaltschaft Innsbruck hat ein Ermittlungsverfahren gegen zwei (Ex-)Mitarbeiter eingeleitet. Laut Sprecher Hansjörg Mayr steht eine Person im Verdacht des Quälens und Vernachlässigens wehrloser Personen. Konkret geht es um den Verdacht des sexuellen Missbrauchs sowie eine unzulässige Fixierung mit einem Fünf-Punkt-Gurt, berichtet der ORF.

Rechtsanwaltskanzlei mit Untersuchung beauftragt

Das Bezirkskrankenhaus (BKH) hatte aufgrund der Verdachtslage eine Rechtsanwaltskanzlei mit einer externen Untersuchung beauftragt. Laut BKH wurden bisher 28 Befragungen durchgeführt. Erste Ergebnisse eines Gutachtens soll es Anfang Oktober geben. "Eine Pflegekraft wurde mittlerweile entlassen, weitere dienstrechtliche Schritte behält sich die Leitung vor", heißt es in einer Aussendung des Spitals.

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