Déjà-vu im französischen Toulouse: Ein bewaffneter Mann, der sich als Mitglied des islamistischen Terrornetzwerkes Al-Kaida ausgibt, hat im südfranzösischen Toulouse vier Menschen in seine Gewalt gebracht. Er verlangt, dass die Elitepolizei RAID kommen solle. Diese Einheit hatte den Serienattentäter von Toulouse, Mohamed Merah, erschossen. Nach Stunden wurde die Geiselnahme unblutig beendet.
Déjà-vu im französischen Toulouse: Ein bewaffneter Mann, der sich als Mitglied des islamistischen Terrornetzwerkes Al-Kaida ausgibt, hat im südfranzösischen Toulouse vier Menschen in seine Gewalt gebracht. Er verlangt, dass die Elitepolizei RAID kommen solle. Diese Einheit hatte den Serienattentäter von Toulouse, Mohamed Merah, erschossen. Nach Stunden wurde die Geiselnahme unblutig beendet.
In einer Bank im Stadtzentrum verschanzte sich der Unbekannte mit seinen Geiseln, darunter dem Bankdirektor. Die Ermittler schlossen nicht aus, dass ein versuchter Bankraub schiefging und der Täter einfach durchgedreht sei. Der Mann drang gegen 10.10 Uhr in die Bank CIC ein, verlangte Geld und nahm vier Geiseln, als die Angestellten ihn nicht ernst nahmen. Zudem feuerte er laut Polizei einen Schuss ab. Verletzt wurde niemand. Der Geiselnehmer forderte danach, dass die Elitepolizei RAID vor Ort kommen solle.
Diese Einheit hatte am 22. März den Serienattentäter von Toulouse, Mohamed Merah, nach mehr als 30-stündiger Belagerung in dessen Wohnung erschossen, die nur rund 500 Meter vom Ort der Geiselnahme entfernt liegt. Auch Merah, der insgesamt sieben Menschen erschoss, hatte sich als Al-Kaida-Mitglied ausgegeben.
"Verrückt, aber nicht weniger gefährlich"
Der Geiselnehmer soll rund 30 Jahre alt und polizeibekannt sein. Nähere Einzelheiten teilten die Ermittler zunächst nicht mit. Unklar war zunächst, ob die Forderung des Mannes ernstzunehmen war. "Die wahrscheinlichste Hypothese ist, dass der Typ verrückt ist, was ihn aber nicht weniger gefährlich macht", hieß es bei der Polizei.
Der Umkreis der Bank wurde abgeriegelt, und die Eltern einer benachbarten Schule wurden aufgefordert, ihre Kinder abzuholen. Nach Angaben des Staatsanwaltes von Toulouse, Michel Valet, sollten Spezialkräfte den Kontakt zu dem Geiselnehmer aufnehmen. Auch Sondereinsatzkräfte der Polizeieinheit GIPN rückten aus Bordeaux und Marseille an.
Erinnerungen an Attentäter
Bei den Anwohnern weckte die Geiselnahme schreckliche Erinnerungen an den Serienattentäter von Toulouse. Merah hatte sich dazu bekannt, im Großraum Toulouse drei französische Soldaten sowie drei Kinder und einen Lehrer vor einer jüdischen Schule erschossen zu haben. Der 23-jährige Islamist war laut Ermittlern 2010 und 2011 in Afghanistan und Pakistan gewesen. Ob er tatsächlich zu Al-Kaida gehörte, ist bis heute ungeklärt.
Merahs Vater hatte erst vergangene Woche Klage wegen "Ermordung" seines Sohnes eingereicht. Er wirft der Eliteeinheit RAID vor, seinen Sohn absichtlich erschossen zu haben. Sie hätten ihn nach stundenlanger Belagerung lebend fassen müssen. In Toulouse war erst am 6. Juni ein Sicherheitsmann des französischen Wetterdienstes als Geisel genommen worden. Der Täter, ein Arbeitsloser, konnte überwältigt werden.
Zwei Geiseln sind frei
Eine der Geiseln, die ein Mann in einer Bank im südfranzösischen Toulouse in seiner Gewalt hat, ist wieder frei. Derzeit laufen laut Polizei die Verhandlungen, um auch die anderen drei Geiseln freizubekommen, denen Essen übergeben werden konnte. Freigekommen ist demnach eine Frau.
Wenig später Entspannung im Psychodrama um die mehrstündigen Geiselnahme in einer Bank der südfranzösischen Stadt Toulouse. Der Täter ließ erst eine zweite seiner anfangs vier Geiseln frei, dann wurde er von der Polizei überwältigt.