Wintersport

Puelacher: "Strolz hat Favoriten in die Suppe gespuckt"

Für Österreichs Ski-Herren sind die Olympischen Spiele Geschichte. Coach Andreas Puelacher zieht durchaus zufrieden Bilanz.
Erich Elsigan
16.02.2022, 16:10
olympia live
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Beat Feuz holte Olympia-Gold in der Abfahrt, Matthias Mayer im Super-G, Marco Odermatt im Riesentorlauf, Clement Noel im Slalom. Und in der Kombi? Dort schlug sensationell Johannes Strolz zu. 

"Es waren faire Rennen, die Favoriten sind am Podium. Nur der Strolz hat ihnen in die Suppe gespuckt, kann man sagen", zieht ÖSV-Herren-Chefcoach Andreas Puelacher Olympia-Bilanz.

"Sind beste Herren-Mannschaft"

"Unser Ziel war eine Medaille in jeder Disziplin. Das ist uns fast gelungen. Im Riesentorlauf war Brennsteiner auf Bronze-Kurs, dann ist ihm leider das Missgeschick passiert. "Aber wir sind die beste Herren-Mannschaft im Medaillenspiegel, das freut mich sehr."

Auch dank Strolz, der nach Kombi-Gold am Mittwoch Slalom-Silber drauflegte. "Großes Kino", sagt Puelacher über den Mann, der im Frühjahr 2021 noch aus dem ÖSV-Kader gestrichen wurde, seine Ski selbst präpariert, einen Teil der Vorbereitung selbst finanzieren musste. 

Papa überredete Strolz zu Kombi-Start

"Strolz war immer guter Skifahrer, man hat immer gehofft, dass es irgendwann 'klick' macht", sagt Puelacher. "Ihm ist dann der Sieg in Adelboden passiert. Die Euphorie war groß. Am nächsten Tag habe ich ihn angerufen und gesagt, wir brauchen ihn bei Olympia in der Kombination. Erst wollte er nicht. Er hat aber in Tarvis die Europacup-Abfahrt bestritten für die nötigen FIS-Punkte. Sein Papa hat ihn da auch ein bisserl umgestimmt. Johannes kam dann nach Peking, die Trainings sind gut verlaufen – und plötzlich macht er die Goldmedaille, jetzt auch noch Slalom-Silber."

Weniger erfolgreich schnitt Manuel Feller ab, der zwei Mal ausschied. "Man hatte das Abstimmungs-Problem, wir haben es leider nicht ganz in den Griff bekommen", sagt Puelacher. Auch Markenkollege Marco Schwarz wusste nicht zu überzeugen, belegte in seinen Kerndisziplinen RTL und Slalom nur die Ränge 14 und 17. "Er hatte zur blödesten Zeit eine Verletzung, in der Endphase der Vorbereitung. Vielleicht hätten wir ihm mehr Zeit geben sollen. Wenn der Kopf nicht bereit ist, das letzte Risiko zu gehen, wird es schwierig. Ich bin mir aber sicher, dass er bald zurückkommt. Es ist eine komplexe Situation."

Drei HEAD-Goldene

Was auffällt: Nicht alle Skier funktionierten im chinesischen Schnee. Während HEAD, Dynastar und Stoeckli Olympia-Goldene bei den Herren ermöglichten, ging Atomic leer aus.

Puelacher tritt nach getaner Arbeit die Heimreise an. Im Team-Event coacht Damen-Trainer Christian Mitter. Johannes Strolz, Stefan Brennsteiner und Michael Matt bleiben für einen möglichen Einsatz.

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