Ukraine

"Alles war gut, aber jetzt wird es Spannungen geben"

Putin hat Schweden und Finnland deutlich davor gewarnt, Nato-Truppen und militärische Infrastruktur der Allianz auf ihrem Territorium zu stationieren.
30.06.2022, 12:59

Russland sieht sich nach Worten von Präsident Wladimir Putin durch einen Nato-Beitritt von Finnland und Schweden nicht bedroht, werde aber militärische Gegenmaßnahmen ergreifen. "Es gibt nichts, was uns mit Blick auf eine Mitgliedschaft Finnlands und Schwedens in der Nato Sorgen machen würde. Wenn sie wollen – bitte", sagte der Kremlchef vor Journalisten in der turkmenischen Hauptstadt Aschgabat. Doch die Länder müssten sich auf eine russische Reaktion gefasst machen.

"Sie müssen sich klar und deutlich vorstellen, dass es für sie früher keine Bedrohungen gab – aber werden dort jetzt Truppen stationiert und Infrastruktur eingerichtet, so werden wir gespiegelt antworten müssen und dieselben Bedrohungen für das Territorium schaffen, von dem aus wir bedroht werden", wurde Putin von der Nachrichtenagentur Tass zitiert.

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Russland droht mit Konsequenzen

Und weiter: "Alles war gut zwischen uns, aber jetzt wird es irgendwelche Spannungen geben – das ist offensichtlich, zweifelsfrei, ohne geht es nicht." Russland hatte bereits nach ersten Plänen zum Nato-Beitritt der beiden Länder mit Konsequenzen gedroht.

Putin hatte Schweden und Finnland davor gewarnt, Nato-Truppen und militärische Infrastruktur der Allianz auf ihrem Territorium zu stationieren. Sollten sich die nordeuropäischen Länder zu einem solchen Schritt entschließen, werde Russland entsprechend reagieren, teilte Putin am Mittwoch mit.

Russland werde "die gleichen Bedrohungen für das Territorium schaffen, von dem aus Bedrohungen gegen uns geschaffen werden".

"Alles läuft nach Plan"

Mehr als vier Monate nach Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine hat Putin zudem erneut behauptet, die Kampfhandlungen liefen planmäßig. "Die Arbeit läuft ruhig, rhythmisch, die Truppen bewegen sich und erreichen die Linien, die ihnen als Etappenziele vorgegeben wurden", wird der Kreml-Chef in der Deutschen Presse-Agentur zititiert.

"Alles läuft nach Plan", so Putin weiter. Russische Truppen waren am 24. Februar aus mehreren Richtungen in die Ukraine eingedrungen. Nachdem es ihnen wegen des erbitterten Widerstandes ukrainischer Einheiten nicht gelang, die Hauptstadt Kiew zu erreichen, konzentrieren sie sich auf das Industriegebiet Donbass in der Ostukraine.

Nach Einschätzungen westlicher Experten rückt das russische Militär vor, erleidet dabei aber hohe Verluste und verbraucht in hohem Tempo seine Bestände von Artillerie-Geschossen. Putin wollte sich nicht dazu äußern, wie lange die Kampfhandlungen noch andauern könnten.

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