"Putin befindet sich in unglaublich schwieriger Lage"

Wladimir Putin hat sich "verkalkuliert", sagt US-Präsident Joe Biden.
Wladimir Putin hat sich "verkalkuliert", sagt US-Präsident Joe Biden.REUTERS
Wladimir Putin eskaliert weiter: Nach der Teilmobilmachung nimmt er mit Drohnen-Terror die Zivilbevölkerung ins Visier und verhängt das Kriegsrecht.

US-Präsident Joe Biden hat die Angriffe auf Zivilisten in der Ukraine als Schwäche des russischen Präsidenten gewertet. "Ich denke, Wladimir Putin befindet sich in einer unglaublich schwierigen Lage", sagte Biden am Mittwoch auf die Frage von Journalisten.

Das einzige Mittel, das dem Kremlchef zur Verfügung stehe, sei es, brutal gegen ukrainische Bürger vorzugehen, um zu versuchen, sie zum Aufgeben zu bewegen. "Doch das werden sie nicht tun", sagte Biden.

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Drohnen-Terror gegen Zivilbevölkerung

Russland hat die Hauptstadt Kiew und andere Orte in der Ukraine erneut mit Angriffen überzogen. Neben Raketen setzt Moskau verstärkt auf Kampfdrohnen, die aus dem Iran importiert werden. Mit den Kamikaze-Drohnen vom Typ Shahed-136 nimmt die russische Armee nun gezielt die Energieversorgung des Landes ins Visier. Vor dem kommenden Winter drohen in weiten Regionen Blackouts, die fatale Folgen für die Zivilbevölkerung haben könnten.

Die EU-Staaten haben genau wegen dieser Drohnenlieferungen nun neue Sanktionen gegen den Iran auf den Weg gebracht. Die Strafmaßnahmen sollen Personen und Organisationen treffen, die für den Bau und die Lieferung der Waffen an Russland verantwortlich sind, wie mehrere Diplomaten am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur in Brüssel bestätigten.

Konkret ist demnach vorgesehen, fünf Personen und drei Organisationen zu sanktionieren. Sie dürften mit Einreiseverboten und Vermögenssperren belegt werden. Zum Teil richten sich Strafmaßnahmen gegen sie bereits aus anderen Gründen. Die Sanktionen mussten formell noch im schriftlichen Verfahren in den Hauptstädten bestätigt werden. Dies sollte bis zum Donnerstagvormittag geschehen.

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Russen flüchten aus Cherson – Evakuierung läuft

An der südlichen Front überschlagen sich nun offenbar die Ereignisse. Nicht nur hat Präsident Wladimir Putin in den besetzten Regionen das Kriegsrecht ausgerufen, russischen Angaben zufolge wird Zivilpersonen ab sofort der Zutritt zu den westlichen Teilen der Region Cherson verwehrt.

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Zusätzlich ist offenbar eine großangelegte Evakuierungsaktion gestartet worden. Wie der ORF am Mittwoch berichtet, soll auch die prorussische Verwaltung über den Dnipro fliehen.

"Ab heute werden alle Regierungsstrukturen der Stadt, die zivile und militärische Verwaltung, alle Ministerien, an das linke [östliche, Anm.] Flussufer verlegt", schilderte der prorussische Verwaltungschef der Region, Wladimir Saldo, am Mittwoch dem Propaganda-Sender "Rossija 24". Durch das Kriegsrecht wurde auch die zivile Macht in die Hände des Militärs übertragen.

Ukraine muss Cherson unbedingt einnehmen

Die Stadt Cherson ist aufgrund ihrer geografischen Lage von höchster militärischer und wirtschaftlicher Bedeutung für die Ukraine. Sie liegt am rechten Dnipro-Ufer unweit dessen Mündung in das Schwarze Meer. Den Russen war es in den ersten Wochen der Invasion gelungen, die Stadt einzunehmen.

Die Oblasts Cherson und Schaporischschja liegen nördlich der 2014 annektierten Krim. In rot sind russisch-besetzte Gebiete mit Stand 18. Oktober 2022.
Die Oblasts Cherson und Schaporischschja liegen nördlich der 2014 annektierten Krim. In rot sind russisch-besetzte Gebiete mit Stand 18. Oktober 2022.liveuamap.com

Cherson könnte jetzt oder auch in Zukunft als Brückenkopf für eine neue russische Offensive gegen den Süden der Ukraine dienen, weshalb die Führung in Kiew alles daran setzten muss, Putins Truppen mindestens wieder über den Fluss, aber besser noch weiter darüber hinaus, zurückzudrängen. "Der Dnipro sollte nicht die erste Verteidigungslinie der Ukraine sein, sondern die letzte", hieß es zuletzt in einer Analyse über die wichtigsten Kriegsziele Putins und Wolodimir Selenskis durch das Institute for the Study of War (ISW).

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