Welt

Putin geht die Kriegskasse für Ukraine und Syrien aus

Heute Redaktion
14.09.2021, 01:21

Laut Informationen aus dem Kreml fressen die Kriege in der Ukraine und Syrien den russischen Staatshaushalt auf: Bereits Ende des Jahres könnten die Kassen leer sein. Neben den hohen Kosten, die diese Konflikte direkt verursachen, scheinen auch die EU-Sanktionen ihre gewünschte Wirkung zu zeigen.

Hans-Georg Wellmann, Außenpolitiker der deutschen CDU und Russland-Experte, bestätigte gegenüber der Bild-Zeitung: "Aus zuverlässigen Kreisen im Kreml heißt es, dass der Kreml die Kriegslast in Syrien und der Ukraine nicht mehr tragen kann. Das Geld geht aus."

Der Vorsitzende des EU-Außenausschusses Elmar Brok, ebenfalls von der CDU, erklärte: "Der russische Finanzminister hat bestätigt, dass der Staatsfonds Ende diesen Jahres, Anfang nächsten Jahres aufgebraucht sein wird. Und neues Geld kommt nicht nach." Er tritt auch für weitere Sanktionen gegen Russland ein, da sie den Staat offensichtlich empfindlich treffen: "Und zwar nicht lang- oder mittelfristig, sondern direkt."

Problem: Der Ölpreis

Laut Wellmann benötigt Russland einen Ölpreis von 100 bis 110 US-Dollar pro Barrel, er wird sich aber laut Weltbank-Prognosen bei etwa 50 Dollar einpendeln. Der russische Staatshaushalt ist immerhin zu 70 Prozent von Rohstoffexporten wie Öl und Gas abhängig.

Laut Informationen aus dem russischen Generalstab kostet alleine der Krieg in Syrien fast drei Millionen Euro pro Tag - und da sind Marine oder Versorgung noch gar nicht eingerechnet. Die Gesamtkosten für den Militäreinsatz werden auf rund fünf Milliarden Euro geschätzt - ohne Kosten für den Wiederaufbau des Landes und die mittelfristige Stationierung von Truppen.

Nicht nur Kriegskosten

Auch in der Ukraine scheint Putin ein Fass ohne Boden aufgemacht zu haben: Neben den Kosten für die eigenen Soldaten und die Separatisten müssen auch die zerstörten Regionen im Donbass und auf der Krim wieder aufgebaut werden. Dazu kommt, dass die ukrainische Regierung alle Zahlungen im Osten des Landes ausgesetzt hat: Die betrifft unter anderem Gehälter, Pensionen, Sozialleistungen und Energieversorgung. Auch dafür muss Russland aufkommen.

Daher bemühen sich nun russische Unterhändler um Lösungen zur Kostenreduktion: In der Ukraine soll das Minsker Waffenstillstands-Abkommen endlich umgesetzt werden.

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