Nach dem Abzug russischer Streitkräfte aus der ukrainischen Stadt Butscha hat Präsident Wladimir Putin Soldaten geehrt, die dort im Einsatz waren. Der Kremlchef würdigte die 64. Motorschützenbrigade am Montag in Moskau für "besondere Verdienste, Heldentum und Tapferkeit", wie der Kreml mitteilte.
Laut Kreml soll die "Mörder-Brigade" ein "Vorbild in der Ausübung militärischer Pflichten sein und Mutterland und staatliche Interessen verteidigt haben". Die Ehrung sei für die Hinterbliebenen ein Affront, sagen westliche Experten. Doch Putin kümmert das nicht.
Die Bilder getöteter ukrainischer Zivilisten aus der Vorortgemeinde der Hauptstadt Kiew hatten Anfang des Monats rund um die Welt für Entsetzen gesorgt. Insgesamt wurden in Butscha mehr als 400 Leichen gefunden, teils mit auf den Rücken gebundenen Händen. Viele Ermordete wurden einfach auf der Straße zurückgelassen.
Die Ukraine wirft der "Butscha-Brigade" Kriegsverbrechen und massenhafte Tötungen vor und fordert eine genaue Aufklärung des Massakers. Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) hatte bei seinem Besuch in Moskau den Tyrann auf Butscha angesprochen. Doch der Kreml-Chef leugnet die Verbrechen von Butscha.