"Sie haben wahrscheinlich gehört, dass Putin viele Doppelgänger haben soll, die anstelle von ihm arbeiten, während er in einem Bunker sitzt. Das ist eine weitere Lüge", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Montag bei einer Bildungsveranstaltung in Moskau vor jungen Menschen. "Sie sehen, was wir für einen Präsidenten haben. Er war und ist megaaktiv. Wir, die mit ihm arbeiten, können kaum mit ihm mithalten."
Theorien über ein oder sogar mehrere Putin-Doubles kommen immer wieder auf – zuletzt etwa angesichts eines Besuchs des Kremlchefs in von Russland besetzten ukrainischen Kriegsgebieten. "Das war nicht der echte Putin", behauptete in der vergangenen Woche etwa der Sekretär des Nationalen Sicherheitsrates der Ukraine, Olexij Danilow. Der Kreml wies diese Aussage schon damals zurück. Tatsächlich gibt es keine Belege dafür, dass es tatsächlich einen Doppelgänger Putins bei offiziellen Terminen gibt.
Befeuert werden die Gerüchte auch durch Vorfälle wie bei Putins Reise nach Mariupol. Blass, behäbig, von Bodyguards umringt: Wladimir Putins Propaganda-Auftritt in Mariupol wurde zur Humpel-Show. Erstmals seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine hat Kremlchef Wladimir Putin laut russischen Staatsmedien die besetzten Gebiete des Nachbarlandes besucht. Was als große Propaganda-Show eines mächtigen Polit-Fürsten gedacht war, endete aber in einer Katastrophe. Putin bewegte sich humpelnd dahin, ging zwischen seinen Bodyguards vollkommen unter.
Sein Gesicht aufgeschwemmt und blass wie nie. Das Staatsfernsehen verbreitete Bilder, auf denen der Kremlchef bei der Eröffnung einer Kunstschule für Kinder in Sewastopol zu sehen war. Nach Worten des Kremls klang das ganz anders, beinahe heroisch. Der russische Staatspräsident Wladimir Putin habe der in schweren Kämpfen zerstörten Hafenstadt Mariupol am Asowschen Meer einen Arbeitsbesuch" abgestattet, hieß es da. Nach seiner Ankunft in einem Hubschrauber habe er sich bei einer Rundfahrt über die Lage informiert und sich auch mit Bewohnern der Stadt unterhalten, berichtete die Staatsagentur Tass weiter.