Die Pferdewelt trauert um einen ihrer größten Namen: Monty Roberts, der als "Pferdeflüsterer" weltweit bekannt wurde, ist am 31. Juli auf seiner Farm im kalifornischen Solvang gestorben. Der US-Amerikaner wurde 91 Jahre alt. Seine Ehefrau Patricia war bis zu seinem letzten Atemzug an seiner Seite.
Roberts galt als Pionier der gewaltfreien Pferdeausbildung. Mit seiner sogenannten Join-Up-Methode revolutionierte er den Umgang mit Pferden - anstatt auf Zwang setzte er auf Vertrauen und Kommunikation. Diese Philosophie entwickelte er, nachdem er wilde Mustangs in Nevada beobachtet und ihre Körpersprache studiert hatte.
Eine seiner prominentesten Bewunderinnen saß auf dem britischen Thron, wie Gala berichtet. Queen Elizabeth (gestorben 2022) war so begeistert von Roberts' Methode, dass sie ihn 1989 nach Windsor Castle einlud. Dort durfte er seine sanfte Trainingsphilosophie demonstrieren. Die Monarchin blieb ihm über Jahrzehnte verbunden.
Nach dem Tod der Queen im September 2022 würdigte Roberts die Monarchin in rührenden Worten. Er bezeichnete sie als den "Wind unter meinen Flügeln". Sie habe seine Arbeit verstanden, unterstützt und entscheidend dazu beigetragen, dass seine Philosophie weltweit Anerkennung fand.
Geboren wurde Roberts 1935 im kalifornischen Salinas als Sohn eines Pferdetrainers. Schon mit drei Jahren saß er im Sattel, mit vier bestritt er seine ersten Rodeo-Turniere. Als Kind arbeitete er sogar als Stuntman in Hollywood.
Das Verhältnis zu seinem Vater war schwierig - dieser soll gewalttätig gewesen sein, sowohl gegenüber Tieren als auch gegenüber seinem Sohn. Diese Erfahrung ließ Roberts früh an den damals gängigen Trainingsmethoden zweifeln und trieb ihn an, einen anderen Weg zu finden.
Mit Büchern, Vorträgen und Vorführungen machte Roberts seine sanfte Methode rund um den Globus bekannt. Ob sein Leben den Film "Der Pferdeflüsterer" mit Robert Redford inspirierte, bleibt umstritten - Roberts selbst bejahte dies, während Autor Nicholas Evans widersprach.