Zum ersten Mal seit 43 Jahren trug Queen Elizabath bei ihrer traditionellen Parlamentsrede keine Krone, sondern einen Hut. Und der sorgte für Spekulationen.
Bezieht die Monarchin hier unterschwellig Stellung gegen die Regierung Theresa Mays? Denn offiziell mischt sie sich nie in die Politik ein, doch wie es scheint, ist sie mit dem angestrebten EU-Austritt der Premierministerin nicht zufrieden.
Die Rede wird stets vom jeweiligen Kabinett geschrieben, die Queen verliest quasi das Regierungsprogramm für die kommende Legislaturperiode. Und die steht diesmal voll im Zeichen der EU-Austrittsverhandlungen Großbritanniens.
Doch der blaue Hut mit den gelben Blumen erinnert stark an die Fahne der Europäischen Union – ist die Queen also gegen den Brexit?
Offiziell gibt es natürlich keinen Kommentar aus dem Königshaus dazu. Die Entscheidung, statt mit der Krone – die mit einem eigenen Auto zum Parlament gefahren wurde – quasi in zivil zu kommen, wird auf eine Terminkollision geschoben.
Logistische Probleme?
Die Parlamentsrede wurde jetzt am Mittwoch gehalten, obwohl sie ursprünglich im Mai stattfinden hätte sollen – doch als Theresa May Neuwahlen ausrief, musste die Rede verschoben werden.
Doch die alljährliche Geburtstagparade "Trooping the Colour" für die Queen fand am vergangenen Samstag statt. Diese wenigen Tage Unterschied seien logistisch zu knapp zusammen gewesen, um die Rede in ihrem üblichen vollen Pomp mit allen königlichen Regalien abzuhalten. Es blieb auch keine Zeit, nach der Parade das Zeremoniell der Rede zu zu proben – so die offizielle Begründung.
Nur die Queen selbst wird wissen, ob alles nur ein Zufall oder von ihr von langer Hand geplant war.