Raab: "Sie gefährden mich und mein ungeborenes Kind"

Susanne Raab
Susanne RaabHELMUT FOHRINGER / APA / picturedesk.com
Familienministerin Raab kritisierte bei ihrer Rede im Parlament die FPÖ scharf: "Mit ihrem Verhalten gefährden Sie mich und mein ungeborenes Kind."

Seit mehreren Wochen tobt ein Masken-Streit im Parlament. Die Freiheitlichen weigern sich bei den Sitzungen im Nationalrat eine FFP2-Maske zu tragen. Vor allem Herbert Kickl treibt diese Debatte voran. Er behauptet, dass es keine wissenschaftliche Begründung für die Maskenpflicht gebe.

SPÖ: Maskengebot in Verfassung

Die Hausordnung im Parlament schreibt jedoch das Tragen einer FFP2-Maske vor. Die ÖVP will nun sogar mit einer Änderung der Geschäftsordnung Strafen von 500 Euro einführen, die SPÖ möchte sogar das Maskengebot in die Verfassung schreiben lassen.

"Beschämend und respektlos"

Bei der Sitzung am Mittwoch wurde Familienministerin Susanne Raab besonders emotional. Die 36-jährige Oberösterreicherin erwartet ihr erstes Kind und kritisierte zu Beginn ihrer Rede die FPÖ-Parteimitglieder scharf. "Wie Sie sehen, bin ich hochschwanger und zähle damit zur Risikogruppe. Mit Ihrem Verhalten gefährden Sie alle Kolleginnen und Kollegen im Parlament und auch mich und mein ungeborenes Kind. Dass Ihre Respektlosigkeit und Ihr Egoismus nicht mal davor halt machen, finde ich beschämend", so die ÖVP-Politikerin.

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Sie verwies darauf, dass bei Schwangeren ein vielfach höheres Risiko bestehe, eine Fehl- oder Frühgeburt zu erleiden. Sie verstehe die Verweigerung, andere zu schützen, nicht.

"Corona-Showpolitik wichtiger"

Im parlamentarischen Ausschuss hätten die FPÖ-Politiker laut Raab sehr wohl eine Maske getragen "Aber dann komme ich ins Parlament und kaum ist die Kamera an, ist die Corona-Showpolitik einfach wichtiger. Das ist respektlos!", erklärte die Oberösterreicherin.

Weiters sprach die Ministerin darüber, Frauen in Österreich bestmöglich durch die Krise zu bekommen und Familien bestmöglich zu unterstützen. "Frauen haben in der Pandemie Übermenschliches geschultert. Zum einen in den systemerhaltenden Berufen, aber auch in der Vereinbarkeit von Familie und Beruf", betonte Raab.

Um Frauen besser zu unterstützen, gebe es ein umfassendes Maßnahmenpaket, wie etwa den Familienhärtefonds, den Kinderbonus oder die Corona-Job-Offensive. "Wir haben jetzt ein Rekordbudget für Frauen am Arbeitsmarkt", erklärte die Ministerin. 

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