Rabl-Stadler verteidigt Pereira vor Italien

Alexander Pereira, scheidender Intendant der Salzburger Festspiele und zukünftiger Chef der Mailänder Scala, steht in Italien wegen des Verkaufs von sechs Opern von Salzburg nach Mailand unter Beschuss. Eine Regionalpolitikerin fordert ihm zum Rücktritt auf, Italiens Kulturminister warnt jedoch vor voreiligen Schlüssen. Salzburgs Festspiel-Präsidentin Helga Rabl-Stadler verteidigte Pereira, er habe keine Verträge abgeschlossen sondern rechtsverbindliche Absichtserklärungen, was auf der ganzen Welt Usus sei.

, steht in Italien wegen des Verkaufs von sechs Opern von Salzburg nach Mailand unter Beschuss. Eine Regionalpolitikerin fordert ihm zum Rücktritt auf, Italiens Kulturminister warnt jedoch vor voreiligen Schlüssen. Salzburgs Festspiel-Präsidentin Helga Rabl-Stadler verteidigte Pereira, er habe keine Verträge abgeschlossen sondern rechtsverbindliche Absichtserklärungen, was auf der ganzen Welt Usus sei.

Italiens Kulturminister Dario Franceschini hat am Dienstag vor voreiligen Schlüssen im Fall des Intendanten der Salzburger Festspiele und künftigen Scala-Chefs Alexander Pereira gewarnt, der wegen des Verkaufs von sechs großen Opern aus Salzburg an das Mailänder Opernhaus ins Visier des italienischen Kulturministeriums geraten ist. "Wir haben die Scala um einen Bericht gebeten, ich habe noch keine Elemente für ein Urteil. Ich bin ein Rechtsanwalt. Ich bilde mir keine Meinung, bevor ich nicht die Dokumente überprüft habe", sagte Franceschini.

Der für die Aufsicht der italienischen Opernhäuser zuständige Kabinettchef im Kulturministerium, Salvatore Nastasi, erklärte, es sei Pflicht des Ministeriums festzustellen, ob es in Zusammenhang mit dem Opernkauf aus Salzburg zu Interessenskonflikten gekommen sei: "Wir haben keine Stellung bezogen, sondern die Scala lediglich um Informationen gebeten." Er erwarte eine Antwort des Mailänder Opernhauses binnen zwei Wochen.

Druck in Mailand wächst

Inzwischen gerät Pereira in Mailand zunehmenden unter Druck. Die für Kulturfragen zuständige Rätin des lombardischen Regionalparlaments, Cristina Cappellini, forderte Pereira auf, auf sein Mandat zu verzichten. Die Scala brauche ein Management, das jenseits jeglichen Verdachts der Interessenskollision stehe, so Cappellini nach Angaben der Mailänder Tageszeitung "Corriere della Sera".

Rabl-Stadler: "Entspricht dem internationalen Theatergebrauch"

Die Salzburger Festspiel-Präsidentin Helga Rabl-Stadler verteidigte indes Pereiras Vorgehen: Der designierte Scala-Chef habe keine Verträge abgeschlossen sondern rechtsverbindliche Absichtserklärungen, sagte Rabl-Stadler am Dienstag im Ö1-Mittagsjournal. "Das entspricht genau dem Theatergebrauch in der ganzen Welt. Wie soll den sonst ein Intendant seine Saison planen können in einer Branche, in der man Jahre voraus plant?" Sie sei daher sehr zuversichtlich, dass der Verkauf der Opern zustande kommen und jeder rechtlichen Prüfung standhalten werde.

Pereira stellte sich Aufsichtsrat

Pereira ist am Montag vor dem Aufsichtsrat des Mailänder Theaters erschienen, um den Verkauf zu erläutern. Eine Stunde lang berichtete Pereira dem Aufsichtsrat, wie italienische Medien mitteilten.

Die Informationen sollen an das italienische Kulturministerium weitergeleitet werden. Das Ministerium hatte den Scala-Aufsichtsrat gebeten, einen Bericht über den Deal mit Salzburg zu verfassen, teilte der Mailänder Bürgermeister Giuliano Pisapia mit. Noch unklar ist, ob bereits Verträge über den Verkauf der Opern abgeschlossen worden seien. Der Scala-Aufsichtsrat sei laut italienischen Medien jedenfalls nicht darüber informiert worden und habe lediglich aus Medienberichten davon erfahren.

"Wir haben Pereira um einen Bericht mit den Dokumenten über den Opern-Kauf gebeten, den wir dem Ministerium vorlegen wollen. Wir können jetzt nicht voreilig urteilen. Die Situation ist heikel", so der Mailänder Bürgermeister Giuliano Pisapia nach Medienangaben.

Pereira wittert Intrige

Pereira hat sechs große Opern von Salzburg für sein künftiges Opernhaus übernommen. Damit sorgte er für einen leichten Überschuss im . "Ich hätte meine Produktionen an andere Theater für mehr Geld verkaufen können. Die Scala hat ein Geschäft gemacht", hatte Pereira im Interview mit der römischen Tageszeitung "La Repubblica" am Samstag betont. Die Aufregung sehe er als Intrige gegen ihn als neuen Intendanten der Scala.

Die  Scala hat das Jahr 2013 mit einer ausgewogenen Bilanz abgeschlossen . Das Mailänder Opernhaus meldete einen Überschuss von zwei Millionen Euro. , wie am Montag aus dem Aufsichtsrat verlautetete.

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