Rache für Kosovo-Affäre: Paar tut sich Schreckliches an

Ein Polizeiwagen steht vor dem Bezirksgericht Zürich
Ein Polizeiwagen steht vor dem Bezirksgericht Zürichpicturedesk.com/Keystone/Walter Bieri
Dieses Ehepaar blieb sich nichts schuldig: ER soll sie vergewaltigt haben und hatte eine Geliebte – SIE wollte ihn vergiften und erdrosseln.

Die beiden Anklageschriften der Zürcher Staatsanwaltschaft lesen sich wie ein Horror-Roman. Die erster Anklage betrifft einen heute 48-jährigen Pflegehelfer. Der Kosovare soll zwischen Dezember 2017 und April 2018 seine 53-jährige Ehefrau in der gemeinsamen Wohnung in der Schweizer Großstadt dreimal vergewaltigt haben.

Wie "20 Minuten" berichtet, musste die Frau erotische Gegenstände anziehen und verwenden, auf allen Vieren über den Boden gehen und für ihn posieren – so wie er es in den zuvor gekauften Sexfilmen gesehen hatte, welche sie mit ihm anschauen musste. In einem anderen Fall musste sie eine mit Luftlöchern präparierte Plastiktüte über den Kopf ziehen, während der Mann sie missbrauchte. Zudem soll der Mann die Frau immer wieder geschlagen haben.

Gifttrank verabreicht

In der zweiten Anklageschrift geht es um versuchten Mord und betrifft die Ehefrau. Der ebenfalls im Pflegebereich tätigen Landsfrau wirft der Staatsanwalt vor, am Abend des 5. April 2018 dem Mann einen Gifttrank in der Wohnung verabreicht zu haben. Die Frau löste verschiedene Medikamente in einem aus Weintrauben, Wasser und Honig gekochten Getränk auf. Als der Mann davon zwei Gläser trank, fiel er in einen Tiefschlaf.

Als die Ehefrau am nächsten Morgen bemerkte, dass der Mann noch am Leben war, legte sie dem Schlafenden ein Netzkabel um den Hals und zog kräftig zu. Der immer noch betäubte Mann erwachte und wehrte sich, worauf die Frau noch fester zuzog. Nur die beiden Kinder, welche durch den Lärm aufgeschreckt wurden und ins Zimmer stürmten, konnten die tödliche Strangulation verhindern, heißt es in der Anklageschrift.

Rache wegen Geliebter

Der Grund für den versuchten Mord war jedoch nicht Rache wegen der Vergewaltigungen, sondern der Umstand, dass der Ehemann in Kosovo eine wesentlich jüngere Freundin hatte. Diese wollte er in die Schweiz holen und heiraten. Zudem besaß er in seinem Heimatland drei Häuser und ein Grundstück im Wert von 170.000 Euro. Die Ehefrau befürchtete, dass der Mann das Geld bei einer Scheidung für sich behalten würde. Die Angst wurde dadurch verstärkt, dass er bereits eine Wohnung außerhalb der Stadt gemietet hatte und an jenem verhängnisvollen Abend noch Gegenstände aus der gemeinschaftlichen Wohnung in Zürich-Nord holen wollte.

Nicht genug: Neben den beiden Hauptanklagepunkten wirft die Staatsanwaltschaft dem Ehepaar noch Sozialhilfebetrug vor. Es soll die Stadt Zürich um rund 33.000 Franken betrogen haben; die Ehefrau wird zusätzlich noch wegen Pfändungsbetrug in ähnlicher Höhe angeklagt.

Der Prozess findet Ende des Monats vor dem Bezirksgericht Zürich statt und dauert zwei Tage. Der Staatsanwalt nennt die Strafanträge am Prozess. Die Frau soll zudem für 15 Jahre, der Ehemann für 10 Jahre des Landes verwiesen werden. Die Frau befindet sich seit der Tat im April 2018 im Gefängnis, er ist auf freiem Fuß.

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