Rackete: "Die Solidarität hat mich berührt"

Carola Rackete, Kapitänin der Sea-Watch 3, ist über ihre Freilassung erleichtert. Es wird aber weiterhin ermittelt.

Die Kapitänin der deutschen Hilfsorganisation Sea-Watch, Carola Rackete, hat mit Erleichterung auf ihre Freilassung reagiert. "Mich hat die Solidarität, die mir so viele Menschen ausgedrückt haben, berührt."

Die Entscheidung, keine freiheitsentziehenden Maßnahmen gegen sie zu verhängen, empfinde sie als großen Gewinn für die Solidarität mit Flüchtlingen, Migranten und Asylbewerbern und gegen die Kriminalisierung der Helfer, sagte die 31-Jährige am späten Dienstagabend einer Mitteilung einer Sea-Watch-Sprecherin zufolge.

Anlegeverbot sei illegitim gewesen

Rackete war am Samstag festgenommen worden, nachdem sie das Rettungsschiff Sea-Watch 3 mit 40 Migranten an Bord unerlaubt nach Italien gefahren hatte. Am Dienstag hatte ein Ermittlungsrichter den Hausarrest für Rackete aufgehoben.

Rund 3.000 Menschen zeigten in Wien Solidarität mit der Kapitänin. (Video3)

Aus dessen Erklärung gehe hervor, "dass das Recht auf der Seite der Kommandantin war", erklärten Racketes Anwälte. Durch Bezugnahme auf internationale Normen habe der Richter gezeigt, dass die von Innenminister Matteo Salvini angeordnete Schließung der Häfen und das Anlegeverbot illegitim gewesen seien – Entscheidungen, die nach Ansicht der Anwälte aus "propagandistischen Gründen" getroffen wurden.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt weiterhin wegen Beihilfe zur illegalen Migration gegen Rackete.

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