Rad-Parkplatz: Mieter blechen!

Übers Ziel hinaus schießt nach Meinung der heimischen Wohnbauträger die Bauordnung. Für neue Projekte müssten etwa unverhältnismäßig viele Radabstellplätze errichtet werden. Die hohen Kosten schlagen sich unter anderem auch in höheren Mieten nieder. Jetzt wird eine Entschärfung der oft absurden Vorschriften gefordert.

Bei dem Linzer Bauvorhaben auf den ehemaligen Silhouette-Gründen müssen für etwa 400 Wohnungen insgesamt 800 Abstellplätze für Fahrräder entstehen - ebenerdig wohlgemerkt, kritisiert Robert Oberleitner, Direktor der Gemeinnützigen Neuen Heimat (NH). Der Passus in der Bauordnung führe dazu, dass Zusatzflächen teuer angekauft oder wertvoller Wohnbereich für die Drahtesel-Parkplätze geopfert werden müssten. Oberleitner fordert daher eine Änderung der Bestimmungen: Das würde den Menschen in weiterer Folge billigere Mieten bringen. Besonders problematisch ist die Rad-Abstellplatz-Pflicht im verbauten Gebiet. Die ehemalige Volkshochschule an der Coulinstraße 18 in Linz steht vor dem Umbau. Wo dort die unzähligen Plätze hinkommen sollen, darüber zerbrechen sich die Experten der Heimstätte noch den Kopf.

Mit seiner Kritik rennt NH-Direktor Oberleitner bei Wohnbaulandesrat Manfred Haimbuchner (FPÖ) offene Türen ein. Neben der Rad-Parkplatz-Inflation stören den Freiheitlichen die ebenfalls baurechtlich vorgeschriebenen Notkamine: Diese sind völlig überflüssig und für den Fall eines Ausweichens auf eine andere Heizweise vorgesehen. Die Kamine sind jedoch oben und unten zugemauert und völlig unpraktikabel. Eine Reform der Bauordnung ist noch nicht absehbar, derzeit verhandeln die Parteien im Landtag.Jürgen Tröbinger

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