30 Euro Strafe, weil Radler 19 km/h fuhr

"Kein Spaß, das glaubt ihr nie!" schreibt der Wiener Fotograf Lukas Beck auf seiner Facebook-Seite. Er war auf der Argentinierstraße mit 19 km/h geblitzt worden.

Der Radweg auf der Argentinierstraße in Wien-Wieden ist bei Radlern eine beliebte Hochgeschwindigkeitsstrecke. Dank des Gefälles erreicht man ohne Strampeln mühelos 30 km/h und mehr. Daher überwacht die Polizei diese Strecke regelmäßig mit Laserpistolen und straft die Rad-Raser ab.

Am Samstagabend erwischte es auch den bekannten Wiener Fotografen Lukas Beck. 30 Euro wegen "überhöhter Geschwindigkeit" steht auf der Organstrafverfügung. Nur: Beck war nicht mit Topspeed unterwegs, die Lasermessung bei der Kreuzung Argentinierstraße Ecke Goldeggasse zeigte laut dem Radler angeblich lediglich 19 km/h!

Die Polizei bestätigt auf "Heute"-Anfrage die Amtshandlung, der Wert der Lasermessung könne hingegen nicht bestätigt werden, da darüber keine schriftliche Aufzeichnung existiere, heißt es von der Polizeipressestelle.

"Polizisten war das Ganze auch recht peinlich"

Klingt nicht nach Rasen, ist aber dennoch zu flott, denn: Auf ungeregelten Radfahrerüberfahrten dürfen sich Radler nur mit höchstens 10km/h nähern, weiß das Gesetz (und sonst wohl kaum jemand). Rechtlich ist die Strafe also völlig in Ordnung. Die strafenden Beamten selbst hatten mit ihrem Einschreiten aber offenbar auch nicht die größte Freude: "Den Polizisten war das Ganze auch recht peinlich. Sie entschuldigten sich sogar und erzählte was von einem Auftrag, den sie erfüllen müssen, weil sich Anrainer beschwert hätten", schreibt der Fotograf auf Facebook.

Dieses Posting von Lukas Beck sorgt für Diskussion auf Facebook:

Da er Ausweis und Bargeld dabei hatte, blieb ihm zumindest eine Anzeige erspart. Etwas sauer fügt Beck noch hinzu: "Da in den letzten Jahrzehnten fast alle Verkehrstoten durch Fahrradfahrer verursacht wurden, finde ich es natürlich völlig richtig, dass diese jetzt von unseren Freunden und Helfern gejagt werden."

Auf Nachfrage heißt es von der Polizeipressestelle dazu: "Es gab bereits mehrere Anrainer- und Autofahrer-Beschwerden, weil es hier durch zu schnell fahrende Radfahrer bereits des öfteren zu gefährlichen Situationen gekommen ist." Da es sich bei der Kreuzung Argentinier Straße Ecke Goldeggasse um eine ungeregelte Kreuzung handelt, müsse die Straße mit "angepasster Geschwindigkeit" – eben maximal 10 km/h – übersetzt werden, damit jederzeit ein Anhalten möglich ist, so die Polizei.

Haben Sie sich auch schon einmal über einen Radfahrer geärgert? Schreiben Sie uns Ihre Geschichten per Mail an: leserreporter@heute.at oder direkt unten in die Kommentare. (ck)

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