Radioaktives Wasser bald im Meer?

Japans Regierung plant, radioaktives Wasser aus dem havarierten Atomkraftwerk Fukushima Daiichi ind den Pazifik zu leiten.
In Fukushima stehen hunderte weiße und blaue Tanks, randvoll mit radiaoktiven Wasser – dieses soll jetzt ins Meer geleitet werden. Der Energiekonzern Tokyo Electric Power (Tepco) habe bald keine Lagerkapazitäten mehr für das kontaminierte Wasser aus den Kühlrohren, erklärte Umweltminister Yoshiaki Harada am Dienstag. "Die einzige Möglichkeit wird sein, das Wasser ins Meer abzuleiten und zu verdünnen".

Tokios Regierung will die Entscheidung darüber in den nächsten Wochen treffen, wartet derzeit aber noch das Ergebnis einer Prüfung von Experten ab. Geklärt werden muss, ob die gefilterte verbleibende Menge an Radioaktivität genug ist, um das Wasser im Meer zu entsorgen.

Fakt ist aber: Die Zeit drängt, den der Energiekonzern hat spätestens ab 2020 keine Kapazitäten mehr das Wasser zu speichern.

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150 Tonnen belastetes Wasser pro Tag



Täglich dringt Grundwasser von außen in die Atomruine ein, wird dort mit radioaktiven Isotopen kontaminiert. Hinzu kommt Wasser, welches zur Kühlung der Brennstoffkerne benötigt wird – 150 Tonnen belastetes Wasser muss Tepco pro Tag abpumpen, um zu verhindern, dass es in die Natur gelangt. Mittlerweile hat Tepco mehr als 1,15 Millionen Tonnen Kühlwasser in 960 Tanks gespeichert, anstatt den Inhalt in den Ozean abzulassen. Um der Lage Herr zu werden, müsste Land außerhalb des AKWs kaufen. Doch das gestaltet sich ob des lokalen Widerstands als ebenfalls schwierig.

Nachbarstaaten protestieren heftig



Der Plan Japans stößt auf heftigen Widerstand: Südkorea hat bereits einen japanischen Botschaftsmitarbeiter zum Rapport bestellt, um ihm die Sorgen und Fragen über eine Einleitung des Wassers zu übermitteln. Auch Japans Fischerei geht auf die Barrikaden: Die Fischer bangen um ihre Existenz.

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