Weil die Gebühren zu teuer wurden strich ein öffentlich-rechtlicher Radiosender aus Bulgarien kurzerhand sämtliche Musik nach 1945 aus dem Programm - und hat damit Erfolg.
Weil die Gebühren zu teuer wurden strich ein öffentlich-rechtlicher Radiosender aus Bulgarien kurzerhand sämtliche Musik nach 1945 aus dem Programm – und hat, wie die New York Times berichtet, damit großen Erfolg.
Adele, Taylor Swift, oder die Rolling Stones sucht man im Programm des Bulgarischen Nationalen Hörfunks mittlerweile vergebens. Seit einem Streit mit der Musikverwertungsgesellschaft "Musicautor" spielt der Sender nur noch klassische Musik, Jazz der 1920er Jahre und traditionelle Volksmusik.
Streit um Lizenzgebühren
Die Entscheidung zur Programmänderung fiel nicht ganz freiwillig. Miscauto
r hatte für die nächsten Jahre eine drastische Gebührenerhöhung angekündigt. Statt bisher umgerechnet rund 260.000 Euro hätte der Sender plötzlich 930.000 Euro pro Jahr hinblättern sollen. Das ist ein stolzer Anstieg um 360 Prozent.
Um sich diese horrende Summe zu ersparen, mussten alle Songs, die nach 1945 geschrieben wurden, kurzerhand gestrichen werden. Unter EU-Recht besteht das Copyright bis maximal 70 Jahre nach dem Tod des Künstlers weiter. Danach gilt das Musikmaterial als lizenzfreies Gemeingut.
"Wir hatten einige Bedenken, aber erhalten ständig Anrufe von Hörern, dass ihnen die Musik sehr gut gefällt", gab Pressesprecherin, Nikoleta Elenkova, gegenüber der NY Times zu Wort. Ob die aktuelle Hörer-Zunahme alleine auf die Qualität der Musik, oder doch auch auf das mediale Rampenlicht zurückzuführen ist, wird sich in Zukunft zeigen.