"Sei hier Gast" lautet das Motto – im wahrsten Sinne des Wortes – ab September im Wiener Raimund Theater. Disneys "Die Schöne und das Biest" soll dann allabendlich Groß und Klein verzaubern. Mehr als 38 Millionen Menschen in über 17 Ländern haben die Adaption des berühmten Films bisher gesehen. Lange wurde gerätselt, wer die Geschichte rund um "Belle" und den verwunschenen Prinzen zum Leben erweckt: Nun steht die Besetzung des mehrfach ausgezeichneten Klassikers fest – und wurde heute von den Vereinigten Bühnen Wien präsentiert.
Aus über 1.000 Bewerbungen wurden die finalen Darsteller ausgewählt. In die Hauptrolle des "Biests" schlüpft Dominik Hees. Der 37-jährige Rheinländer ist kein Neuling im Business und steht seit 17 Jahren auf der Bühne. In Wien war er zuletzt als "Phoebus" in "Glöckner von Notre Dame" sowie als "Kaiser Karl VI." in Maria Theresia zu sehen.
Eine Titelrolle in Wien zu spielen war ein großer Kindheits-Traum, berichtet er im Gespräch mit "Heute": "Man sah die Vorbilder, aber das war ganz weit weg. Wahrscheinlich so, wie für einen jungen Fußballer, der von der Nationalmannschaft träumt. Lange Zeit wusste ich nicht, ob das einmal passiert, aber jetzt ist es so weit." Vor allem der Charakter des Biests fasziniere ihn, so Hees. "Er ist verletzt und lebt in Scham. Dann kommt diese junge, starke Frau und bringt ihn dazu, noch einmal auf seine wahren Gefühle zu schauen und Menschlichkeit und Liebe zu empfinden. Man hat hier jeden Abend die Chance, etwas tiefer zu gehen und darauf freue ich mich sehr."
"Belle" wiederum sei eine starke Frau, die ihren Weg geht und dem Biest Raum und Zeit gibt, sich zu verändern: "Ich habe zuhause meine zwei Frauen, meine Ehefrau und meine Tochter, die mein Leben positiv verändert haben. Das ist eine schöne Parallele", so der Darsteller.
In der Rolle der "Belle" wird Marlene Jubelius zu sehen sein. Die junge Deutsche studierte in Osnabrück und London, war zuletzt in "West Side Story" und "The Addams Family" in Lüneburg zu sehen sowie in "No way to treat a Lady" am Theater Paderborn. "Die Schöne und das Biest" ist ihr Debüt in Wien. "Als ich den Anruf bekam, saß ich im Zug und konnte nicht laut ausrasten", erinnert sie sich lachend. "Aber es war total schön. Ich hatte zwar ein gutes Gefühl bei der Audition, aber man weiß ja nie und auch ganz viele andere tolle Kolleginnen haben vorgesungen. Ich freue mich sehr!"
Mit ihrer Rolle, auf die sie sich mit einem Schauspielcoach und viel Lektüre vorbereitet, kann sie sich gut identifizieren: "Wenn ich etwas will, dann setze ich es auch durch. Aber ich könnte mir von Belle eine Scheibe abschneiden. Sie ist sehr mutig und eine entschlossene, starke Frau. Ich will auch, dass man das sieht." Die Vorfreude auf Wien ist groß, strahlt die Schauspielerin: "Ich liebe die Stadt, sie ist wunderschön und kann es kaum erwarten. Ich fühle mich heute schon heimisch."
Die Rolle des "Gaston" übernimmt Roy Goldman. Der Niederländer ist aktuell als Raoul im "Phantom der Oper" zu sehen und bleibt dem Raimund Theater treu. Simon Stockinger, bekannt aus "Rock me Amadeus – das Falco Musical", verkörpert "Lumière", Musicalstar Wiestke van Tongeren ("Rebecca", "Les Misérables") wird "Madame Pottine". "Ich freue mich auf ein Familienstück, das positiv und hoffnungsvoll ist", erzählt sie. "Ich habe zwei kleine Kinder, die dann auch ins Theater können und ich hoffe, Jung und Alt kommen ins Theater. Die Geschichte ist so liebevoll und hat eine gute Message."
Mathias Schlung, bekannt aus dem "Glöckner von Notre Dame", kommt wieder nach Wien und mimt "Herr von Unruh". "Ich bin klassisch Deutsch, ordnungsliebend und spießig", lacht er. "Die Rolle deckt sich hier also mit meiner eigenen Persönlichkeit, schließlich ist Herr von Unruh der gestrenge Haushofmeister."
Regie führt Matt West, der auch für die Choreographie verantwortlich ist, das Bühnenbild stammt von Stanley A. Meyer, das Buch von Linda Woolverton. Starkomponist Alan Menken liefert die Musik, die Liedtexte kommen von Howard Ashman und Tim Rice. Für die Wiener Fassung gibt es eine neue Übersetzung aus der Feder von Roman Hinze.
Premiere ist im September 2026, Tickets gibt es unter www.musicalvienna.at. Dann dürfen sich die Zuseher auf ein – wie es Intendant Christian Struppeck formuliert – "modernes Märchen über Empathie und Menschlichkeit und der Kraft einer inneren Verwandlung" freuen.