"Ich hab' lange gedacht, dass es im Leben nur lustig zugeht. Jetzt weiß ich, dass das ein großer Fehler war", gesteht ein 41-jähriger Oberösterreicher, für den es nun vor dem Straflandesgericht in Graz Ernst wurde. Dem Finanzmanager wird Betrug vorgeworfen.
Der Angeklagte ging dabei immer mit der gleichen Masche vor, wie die "Kleine Zeitung" berichtet. Bei Autoverkäufern gab er vor, dringend einen Wagen zu benötigen. Bei der Übernahme des Fahrzeugs legte er eine von ihm selbst erstellte, gefälschte Überweisungsbestätigung vor, die aufgrund des angeblichen Zeitdrucks akzeptiert wurde.
„"Meine Methode war Loch auf, Loch zu. Ich musste ja schnell zu Geld kommen" - Angeklagter“
Die Autos verkaufte er dann als vermeintlicher Besitzer meist innerhalb von 24 Stunden an andere Autohändler weiter: "Ich musste ja schnell zu Geld kommen", erklärte der 41-Jährige vor Gericht, der mit den Betrügereien seine Spielsucht finanzierte. "Meine Methode war Loch auf, Loch zu." Mehr als 300.000 Euro Schaden soll der Oberösterreicher so angerichtet haben.
Dem Finanzmanager wird zudem vorgeworfen, dass er einem Shopping-Center Zahlungsunfähigkeit vorgetäuscht und dadurch Gutscheine im Wert von 175.000 Euro ergaunert habe – was der Angeklagte bestreitet. Geständig ist er hingegen zum Vorwurf der Auto-Betrügereien. "Er wird alles tun, um die Schulden zurückzuzahlen", erklärte laut der "Kleinen Zeitung" sein Verteidiger Martin Robier.
Für Verwirrung sorgte dann beim Prozess noch die Erwähnung des Namens "Mercedes". Der Chauffeur des Angeklagten soll laut dem 41-Jährigen von den Betrügereien gewusst haben – was dieser bestreitet: "I hab' auch nix bekommen, außer einer Currywurscht auf der Autobahn." Allerdings wird dem Mann ein Chat-Verlauf angelastet: "Darin wird Mercedes und eine IBAN erwähnt. Mercedes war aber nicht die Automarke, sondern die Tätowiererin der beiden Männer", meinte der Verteidiger des Chauffeurs – vertagt!