Ukraine

Raketen – Saporischschja-Kraftwerk steht in Flammen

Brandalarm in Saporischschja: Nach Raketenangriffen steht das Wasserkraftwerk in Flammen. Videos in den sozialen Medien zeigen dichte Rauchschwaden.
Nikolaus Pichler
31.10.2022, 11:03
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Russland hat am Montagmorgen mit Dutzenden Raketenangriffen erneut die ukrainische Energieversorgung angegriffen. Ein Video aus Saporischschja zeigt, wie über dem Wasserkraftwerk dichter schwarzer Rauch aufsteigt.

Die Raketenangriffe haben auch Ziele in Kiew und Charkiw getroffen. Laut Emine Dzaparowa, der stellvertretenden ukrainischen Ministerin für auswärtige Angelegenheiten, sind von über 50 russischen Raketen rund 44 von der ukrainischen Luftabwehr abgeschossen worden. 

Luftalarm im ganzen Land

Im ganzen Land gab es Luftalarm, die ukrainische Flugabwehr war aktiv, wie die dortigen Behörden mitteilten. Laut dem stellvertretenden Leiter des ukrainischen Präsidialamts, Kyrylo Timoschenko, standen gezielt "Einrichtungen zur Stromversorgung" unter Beschuss, wie dieser am Montagmorgen mitteilte. Es sei teils wichtige Infrastruktur getroffen worden, hieß es.

Auch in der Hauptstadt Kiew, in Charkiw und Saporischschja sowie im Westen des Landes waren demnach Explosionen zu hören.

350.000 Haushalte in Kiew ohne Strom

Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko teilte mit, dass die Strom- und die Wasserversorgung der Hauptstadt teilweise ausgefallen sei. Etwa 350.000 Wohnungen seien ohne Strom. Die kommunalen Dienste unternähmen alles, um die Versorgung wieder herzustellen. Die ukrainische Eisenbahn teilte mit, dass sich der Ausfall der Stromversorgung stellenweise auf den Verkehr auswirke und zu Zugverspätungen führe. Die Behörden riefen die Menschen auf, sich in Schutzbunkern und anderen Räumen in Sicherheit zu bringen.

Der russische Angriffskrieg gegen das Nachbarland dauert an diesem Montag bereits 250 Tage an. Ersten offiziellen Angaben zufolge starteten die russischen Truppen - wie an den vergangenen Montagen - wieder Dutzende Raketenangriffe im morgendlichen Berufsverkehr. Dabei gab es immer wieder Tote und Verletzte. Über neue Opfer war in der Früh zunächst nichts bekannt. Russland hatte erklärt, besonders die Energieinfrastruktur des Nachbarlands ins Visier zu nehmen. Die Ukraine spricht von "Energieterror" mit dem Ziel, die Menschen in Dunkelheit, Kälte und Angst zu stürzen und so in die Flucht in die EU zu treiben.

Russland setze seine Angriffe gegen die zivile Infrastruktur fort, teilte der Chef des ukrainischen Präsidialamtes, Andrij Jermak, in seinem Blog im Nachrichtenkanal Telegram mit. "Wir werden durchhalten. Und diese Schande wird ganze Generationen von Russen teuer zu stehen kommen", kündigte er an. Zugleich forderte er vom Westen mehr Waffen und neue Sanktionen gegen Russland.

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