Nach Ende einer dreitägigen Waffenruhe zwischen Israel und der radikal-islamischen Hamas sind die Kämpfe neu aufgeflammt. Die Palästinenser feuern Raketen ab, Israel antwortet mit Luftangriffen. Jetzt wird darum gestritten, ob die Verhandlungen weitergehen sollen. Die Hamas will weitersprechen, die Israelis haben ihre Verhandler aus Kairo zurückbeordert.
will weitersprechen, die Israelis haben ihre Verhandler aus Kairo zurückbeordert.
Aus dem Gazastreifen sind am Freitag 40 Raketen auf den Süden Israels abgeschossen worden. Daraufhin hat die israelische Armee 51 Ziele im Gazastreifen aus der Luft attackiert, um Infrastruktur und Operationszentren der Hamas zu zerstören. Tausende Menschen flohen erneut aus ihren Häusern. In Gaza drängten sich Hunderte Flüchtlinge in Schulen.
Ban Ki-moon verurteilt Raketenabschüsse
UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon verurteilte die Raketenabschüsse militanter Palästinenser auf Israel. Er erklärte am Freitag in New York seine "tiefe Enttäuschung" darüber, dass es nicht gelungen sei, die 72-stündige Feuerpause zu verlängern.
Fünf Palästinenser wurden bei den Angriffen im Gazastreifen getötet, darunter laut Rettungskräften auch ein zehnjähriger Bub. Bei Protesten im Westjordanland wurde ein 19-Jähriger östlich von Ramallah von der Armee erschossen. Die Armee erklärte, der junge Mann habe die Soldaten mit Steinen angegriffen und sich trotz Warnungen dem Zaun der Siedlung genähert. In Hebron wurden nach palästinensischen Angaben 30 Palästinenser verletzt, als die Armee sie mit Gummigeschossen und scharfer Munition beschoss.
Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza sind dort 1.900 Menschen ums Leben gekommen, knapp 10.000 wurden verletzt. Aufseiten Israels starben nach Angaben der Regierung 64 Soldaten und drei Zivilisten, über 500 Menschen wurden verletzt.
Reden oder nicht reden
Israel hat sich aus den Verhandlungen über eine dauerhafte Waffenruhe in der ägyptischen Hauptstadt Kairo zurückgezogen. Solange man beschossen wird, werde "nicht verhandelt". Man dürfe sich nicht erpressen lassen. Die im Gazastreifen herrschende Hamas will die Gespräche dagegen fortsetzen. Allerdings fordern die Islamisten, dass Jerusalem ihre Bedingungen akzeptiert. Andernfalls würde es keine Feuerpause geben.
Laut Ägypten ist während der Feuerpause über die meisten Fragen Einigkeit erzielt worden. Aber einige wenige Punkte blieben unentschieden.
Die Palästinenser fordern eine Aufhebung der jahrelangen Blockade des Gazastreifens. Sie wollen den Bau eines See- und Flughafens in Gaza, ein Ende der Einschränkungen bei Geldüberweisungen und eine Ausweitung der Fangzone für Fischer. Außerdem verlangen sie die Freilassung von Häftlingen. Israel fordert als Bedingung für einen Wiederaufbau des zerstörten Gazastreifens eine Entmilitarisierung des schmalen Küstengebiets und eine Entwaffnung der militanten Organisationen. Das lehnt die Hamas bisher kategorisch ab.