Raketenangriff auf Flughafen von Tel Aviv

Bild: Hatem Ali (AP)

Israel hat nach einem neuerlichen Angriff von militanten Palästinensern den Flugverkehr über der Hafenmetropole Tel Aviv kurzzeitig gestoppt. Drei Raketen seien von einem Abwehrsystem abgefangen worden. Indes wurden vor einer möglichen Bodenoffensive drei Infanteriebrigaden an die Grenze zum Gazastreifen verlegt. Ein oder zwei weitere Brigaden sollten in den kommenden Tagen zur Verstärkung anrücken, sagte der israelische Armeesprecher Peter Lerner.

Militante Palästinenser im Gazastreifen haben am Freitag erneut den Großraum Tel Aviv mit Raketen beschossen. In der Stadt heulten am Vormittag die Sirenen. Über Lautsprecher wurden die Menschen aufgerufen, in Schutzräume zu eilen. Es waren mehrere dumpfe Explosionen zu hören. Die Armee teilte mit, drei Raketen seien über dem Großraum der Küstenmetropole abgefangen worden.

AUA-Flüge weiterhin nach Tel Aviv

Der bewaffnete Hamas-Flügel teilte über Twitter mit, die Organisation habe den internationalen Flughafen Ben Gurion bei Tel Aviv mit vier Raketen des Typs M-75 angegriffen. Der Flugverkehr wurde während des Raketenalarms gestoppt, danach aber wieder aufgenommen.

Auf Nachfrage von "Heute.at" ließ die AUA wissen, dass die Österreich-Flüge nach Tel Aviv vorerst nicht storniert werden. "Freitagabend geht der nächste planmäßige Flug. Vorerst ändert sich daran auch nichts", sagte AUA-Pressesprecher Wilhelm Baldia. Die Sicherheitslage werde aber laufend evaluiert und beurteilt.

Erste Raketen aus dem Libanon

droht sich weiter auszuweiten. Erstmals seit Beginn des Schlagabtausches wurde auch aus dem Libanon mindestens eine Rakete auf Israel abgefeuert. Lerner bestätigte, ein Geschoß sei in der Nähe der Grenzstadt Metullah gefunden worden. Es gab keine Berichte über Opfer. Israelische Artillerie habe in den Libanon zurückgeschossen. "Die israelische Armee ist auch an der nördlichen Front in Alarmbereitschaft", sagte Lerner.

Menschliche Schutzschilder

Bewohner des Gazastreifens – egal ob Männer, Frauen oder Kinder – werden indes von den Terroristen aufgefordert, auch bei Warnung von Luftangriffen ihre Häuser nicht zu verlassen. Sie sollen auf die Dächer klettern, sich dort postieren, um damit die israelischen Gegenangriffe zu verhindern. Die Zahl der Toten und Verletzten dürfte damit weiter steigen.

Außerdem haben die Extremisten am Donnerstag drei Raketen auf das Atomkraftwerk in Dimona geschossen – und erneut Hunderte Raketen auf israelische Städte abgefeuert. Eine Waffenruhe steht für Israels Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu nach dem Hamas-Dauerbeschuss nicht mehr zur Debatte. Eine Bodenoffensive im Gazastreifen sei jedoch die "letzte Option", betonte er.

33.000 Reservisten warten auf Befehle

Insgesamt wurden 33.000 israelische Reservisten mobilisiert. Militante Palästinenser hätten 550 Raketen auf Israel abgefeuert, von denen rund 400 eingeschlagen seien, sagte Lerner. Die Raketenabwehr habe etwa 120 weitere Geschoße in der Luft abgefangen. Einem anderen Bericht zufolge, der sich ebenfalls auf Militärangaben beruft, sollen seit Dienstag 470 Geschoße vom Gazastreifen aus auf Israel abgefeuert worden sein.

Mord an Jugendlichen als Auslöser

Auslöser der jüngsten Krise waren der an einem palästinensischen Jugendlichen. Die USA, Israel und die EU stufen die Hamas mit ihren Milizen als Terrororganisation ein. Israel sieht die zweitgrößte palästinensische Gruppe aber auch als Ordnungsmacht im Gazastreifen.

 

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