Zum bereits siebenten Mal bringt "Hollywood in Vienna" Filmmusik live in den Konzertsaal. Muppets, Simpsons und Monty Python sind nur einige der Comedy-Helden, die am Donnerstagabend bei einer Gala im Wiener Konzerthaus zum Leben erweckt werden. Das absolute Highlight: Stargast und diesjähriger Preisträger des Max-Steiner-Awards Randy Newman kommt nach Wien.
Zum bereits siebenten Mal bringt "Hollywood in Vienna" Filmmusik live in den Konzertsaal. Muppets, Simpsons und Monty Python sind nur einige der Comedy-Helden, die am Donnerstagabend bei einer Gala im Wiener Konzerthaus zum Leben erweckt werden. Das absolute Highlight: Stargast und diesjähriger Preisträger des Max-Steiner-Awards Randy Newman kommt nach Wien.
Am Mittwoch geht es los: "Comedy Tonight" wird bei einer Voraufführung präsentiert. In der ersten Hälfte spielt das ORF Radiosymphonieorchester (RSO) unter Dirigent David Newman Serien-Hits wie der "Muppet Show", "Die Simpsons", "Mr. Bean" und "Der rosarote Panther". Außerdem steht Romantik-Musik aus "Sabrina", "Tatsächlich ... Liebe" und "The Artist" am Programm. Zum Bühnenabschied der britischen Kulttruppe Monty Python erklingt der Titelsong von "Das Leben des Brian" in ungewohnter Stimmlage. Bariton Adrian Eröd versucht sich an "Always Look On The Bright Side Of Life".
Newman: Musik von Monk bis "You Can Leave Your Hat On"
Randy Newman ist der zweite Teil des Abends gewidmet. Hits wie "Short People" und "Political Science" mahcten den Kalifornier in den 70er Jahren berühmt (und dank deren ironischen Inhalts berüchtigt). Mit Songs wie "You Can Leave Your Hat On" verschaffte er auch Kollegen (wie Joe Cocker) Erfolge. Ebenfalls von Newman ist "It's A Jungle Out There" aus der Krimiserie "Monk" sowie Scores für Familienfilme wie die "Toy Story"-Reihe, "Das große Krabbeln" oder "Die Monster AG". Er heimste zwei Oscars (und 18 weitere Nominierungen), sechs Grammys, drei Emmys - und nun den "Max Steiner Film Music Achievement Award" ein, der ihm am Donnerstag von Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (SPÖ) verliehen wird.
Erstmals wird der 70-Jährige aus diesem Anlass neben seinem Cousin David auf einer Bühne stehen und u.a. seinen Oscar-nominierten Filmsong "You've Got A Friend In Me" aus "Toy Story" (1995) zum Besten geben. Zuvor ehrt Cassandra Steen, Sängerin und Synchronsprecherin aus "Küss den Frosch", gemeinsam mit Gospel-Interpret David Whitley und einem Wiener Sängerknaben in einem Medley das Schaffen Newmans.
Für die Voraufführung des Galaabends am Mittwochabend gibt es noch Restkarten.
"Hollywood in Vienna" im Wiener Konzerthaus
Konzert mit Auftritt von Randy Newman am Mittwoch, 24.9., um 19.30 Uhr.
Gala-Konzert mit Red Carpet und Preisverleihung am Donnerstag, 25.9., um 19.30 Uhr.
Umblättern: Randy Newman im Interview: "Auch ein Affe kann einen Synthesizer bedienen"
Randy Newman erzählt, warum ihm die Filmmusik mindestens ebenso wichtig ist wie die Arbeit als Singer-Songwriter, was wohl einmal in seiner Todesanzeige stehen wird und wie ihn die Kindheit in einer Komponisten-Familie geprägt hat.
Frage: Ihr Onkel, der Filmkomponist und neunfache Oscarpreisträger Alfred Newman, war ein Kollege von Max Steiner - jenem gebürtigen Wiener Komponisten, nach dem die Ihnen verliehene Auszeichnung benannt ist. Hat das eine spezielle Bedeutung für Sie?
Randy Newman: Oh ja, sie haben ungefähr zur selben Zeit gearbeitet. Alfred war das älteste von sieben Kindern, und als er 11 Jahre alt war, musste er die Familie unterstützen. Deshalb spielte er Klavier am Broadway, dann dirigierte und komponierte er. Das war eine Riesensache für meinen Vater und die anderen Brüder, es wurde eine Art Familienunternehmen. Drei meiner Onkeln waren Filmkomponisten (Alfred, Emil und Lionel Newman, Anm.), also habe ich viele, viele Filme gesehen, bei denen ich mich nicht mehr erinnere, worum es ging, weil ich nur auf die Musik geachtet habe.
Frage: Ist eine Filmmusik von damals noch besonders in Erinnerung geblieben?
Newman: Ich erinnere mich an einen Film, für den er (Alfred, Anm.) den Score gemacht hat, "Yellow Sky" (dt.: "Herrin der toten Stadt, Anm.). Und "All About Eve", auch wenn ich damals eigentlich zu jung dafür war. Aber ich erinnere mich an den Klang des Orchesters und dass ich mir dachte, genau so sollte ein Orchester klingen. Es war das Orchester von 20th Century Fox. Alfred war der beste Musikdirektor, den Hollywood je hatte.
Frage: Genießen Sie die Arbeit mit Orchestern, nachdem Sie Ihre Karriere als Solokünstler gestartet haben?
Newman: Ich liebe es, mit Orchestern zu arbeiten. Es ist die Sache, die ich am liebsten mache - und da schließe ich alles auf dieser Welt mit ein. Wenn ich nicht gut genug Klavier spielen kann, um mit ihnen zu spielen, will ich zumindest noch gut genug für sie schreiben und gut genug dirigieren, um mit dem Taktstock in der Hand vor ihnen zu stehen und mit einigen der besten Musiker der Welt zu arbeiten - was auch bei dem Orchester hier der Fall ist (RSO, Anm.). Da denke ich immer daran, was das für eine Ehre ist. Ich bin mit dem tiefsten Respekt für Orchester aufgewachsen, und den habe ich noch immer.
Frage: Haben Sie als Kind in einer Familie von Komponisten früh gewusst, dass Sie auch die Musik zum Beruf machen wollen?
Newman: Schon sehr früh wollte ich Filmmusik machen. Es hat schwierig ausgesehen, und das ist es auch - aber immer noch besser, als tatsächlich zu "arbeiten". Dann ist die ganze Sache mit dem Singer/Songwritertum und dem Rock'n'Roll passiert, also habe ich mich darauf eingelassen. Das ist es, wofür ich bekannt bin, und wofür ich wohl immer bekannt sein werde. In meiner Todesanzeige wird bestimmt zuerst stehen, "Newman hat sich im Jänner die Hüfte gebrochen", und dann steht gleich "Komponist von 'Short People'", und das ist auch in Ordnung. Aber mir ist die Filmmusik mindestens genauso wichtig, und ich habe mir das ebenso hart erarbeitet. Auch wenn sie im Verhältnis vielleicht nicht so wichtig erscheint, weil so viel mitspielt. Die Filmmusik unterstützt ja lediglich den Film, wird unter Dialoge gelegt. Manchmal wird die Musik so herunter gedreht, vor allem mit all den Soundeffekten heutzutage, dass man sie gar nicht mehr hört.
Frage: Nach all der Berühmtheit als Sänger: Haben Sie das Gefühl, Filmmusikkomponisten erhalten nicht die Anerkennung, die sie verdienen?
Newman: Die bekommen sie nicht - vor allem von den Menschen, für die sie arbeiten, den Regisseuren. Die sind schon so an Soundeffekte gewöhnt, wollen kein Leitmotiv mehr, das zu etwas führt, keine Melodie, weil sie das altmodisch und manipulativ finden. Aber was ist nicht manipulativ im Film? Musik kann dich mehr fühlen lassen, ob Emotionen oder Spannung. John Williams leistet da Großes für den Film. Ich glaube nicht, dass "Star Wars" ohne ihn so ein Erfolg geworden wäre. Heute wird es nicht mehr so wahrgenommen. Ich will nicht der alte Kerl sein will, der sagt "Früher war alles besser", denn das war es nicht. Aber dieser Musik wird heute in Konzert-Settings wesentlich mehr Aufmerksamkeit geschenkt als im Kinosaal.
Frage: Liegt das an der modernen Technologie, die es jedem ermöglicht, Musik zu machen?
Newman: Ja, jeder kann heutzutage einen Soundtrack aufstellen. Ein Affe kann einen Synthesizer bedienen und das unter einen Film legen, jeder Regisseur oder Cutter kann das. Aber es ist schwierig, es richtig und gut zu machen. Es gibt nicht viele, die das können - mein Cousin David kann es, sein Bruder Tom auch, und ich hoffentlich auch. Max Steiner, der konnte es wirklich. Damals konnten es viele, ohne sich dessen bewusst zu sein - und heute schaut man sich das an und staunt.