Heißes EM-Quali-Doppel vor der Sommerpause! Am 17. Juni gastiert Österreich in Belgien, drei Tage später kommt Schweden nach Wien. ÖFB-Teamchef Ralf Rangnick nominierte einen 27-Mann-Kader – mit gleich vier Torhütern.
Der 64-Jährige lud Watford-Keeper Daniel Bachmann, Rapid-Rückhalt Niklas Hedl, den zu Salzburg wechselnden LASK-Goalie Alexander Schlager sowie Leverkusen-Reservist Patrick Pentz ein.
"Wir agieren erstmals mit unserem neuen Tormann-Trainer Michael Gspurning, wollen uns einen detaillierten Überblick verschaffen", sagt Rangnick.
Beim erfolgreichen EM-Quali-Start gegen Aserbaidschan (4:1) und Estland (2:1) stand noch Heinz Lindner zwischen den Pfosten. Der Routinier erkrankte jedoch an Hodenkrebs, ein Tumor wurde entfernt. Wann der 32-Jährige auf den Platz zurückkehrt, ist offen. "Ich hoffe natürlich, dass er bald wieder in den Kreis der Nationalmannschaft zurückkehren kann", sagt Rangnick. "Bei uns hat er gezeigt, dass man sich auf ihn verlassen kann." Die Diagnose sei auch für den Teamchef ein Schock gewesen. "Es passiert leider öfter in letzter Zeit im Sport. Umso wichtiger ist, dass man zur Vorsorgeuntersuchung geht."
Fakt ist: Für die Partien gegen Belgien und Schweden benötigt Österreich eine neue Nummer eins. "Es ist klar, dass der Kampf entfacht ist", weiß der Teamchef, der sich nicht in die Karten schauen lässt.
Allerdings hat aktuell lediglich Hedl Spielpraxis vorzuweisen. Pentz stand zuletzt im September 2022 zwischen den Pfosten, damals noch für Stade Reims. Schlager wurde vom LASK im Saisonfinish nicht mehr eingesetzt. Bachmann war bei Watford Stammspieler, doch die Championship endete bereits vor einem Monat.
"Ich wünsche mir, dass meine Torhüter regelmäßig spielen", sagt Rangnick, der damit indirekte Kritik am Schlager-Wechsel übt. Bei Salzburg ist er laut Sportchef Christoph Freund als Nummer zwei vorgesehen. "Ich bin nicht sein Berater und nicht sein Vater. Er ist alt genug."