Uli Hoeneß trägt sein Herz auf der Zunge – und lässt in einem aktuellen "Spiegel"-Interview aufhorchen. Der Ehrenpräsident der Bayern erzählt offen, wie die Trainersuche der Münchner im Sommer 2024 ablief – und welche Rolle Ralf Rangnick spielte.
Zur Erinnerung: Der deutsche Rekordmeister trennte sich vor zwei Jahren von Thomas Tuchel. Er sei "kein Menschenfreund" und "für uns nicht mehr tragbar" gewesen, fällt Hoeneß ein knallhartes Urteil. Das sahen nicht alle im Verein so: "Zuerst wollte Max Eberl dem Thomas Tuchel noch ein Jahr draufgeben. Das haben der Karl-Heinz (Rummenigge, Anm. d. Red.), Herbert Hainer und ich verhindert."
Nächster Trainer-Kandidat auf der Liste sei Ex-Coach Julian Nagelsmann gewesen – dessen Agentur habe im letzten Moment abgesagt.
Dann kam Rangnick ins Spiel. Die Bayern wollten den ÖFB-Teamchef kurz vor der EM abwerben, beinahe mit Erfolg. "Der hat auch zugesagt und dann an einem Montag sagt er: 'Uli, ich bin gestern um den Wörthersee rumgelaufen und dann wusste ich, ich kann das nicht machen.' Dann standen wir natürlich saublöd da."
Vierter Kandidat war mit Oliver Glasner erneut ein Österreicher. Doch Crystal Palace erklärte ihn für unverkäuflich.
So kam am Ende Vincent Kompany zum Zug. Eine "Notlösung", die sich als Glücksfall herausstellen sollte. Und die ohne Wörthersee-Runde von Rangnick wohl nie zustande gekommen wäre.