Aktuell ist das ehemalige Red-Bull-Mastermind Ralf Rangnick Manchester Uniteds Interimscoach. Ab Sommer wird ihn aller Voraussicht nach Ajax-Trainer Erik ten Hag an der Seitenlinie ersetzen, der Deutsche seine eigentliche Funktion als sportlicher Berater beginnen.
Rangnick soll dem englischen Rekordmeister helfen, wieder in die Spur zu finden, den dominanten Rivalen Manchester City und FC Liverpool künftig wieder die Stirn bieten zu können.
Seine Prognose fällt aber düster aus. In einem Interview mit dem "Telegraph" kritisiert er die Transferpolitik des eigenen Klubs: "Keiner hier weiß, was die Vorstellungen des Vereins sind. Du musst wissen, was für eine Art von Fußball du spielen willst, dann kannst du gezielt nach Spielern suchen, das geschieht derzeit einfach nicht."
Rangnick wird deutlich: "Es wird zwei bis drei Transferfenster brauchen, bis man hier etwas auf die Beine stellen kann. Es braucht eine klare Vision, mit der man Spieler überzeugen kann, um zum Verein zu kommen. Wenn das nicht passiert, dann wird die Misere genauso weitergehen."
Ausgerechnet Rivale Liverpool solle als Vorbild dienen: "Liverpool war in der ersten Saison von Klopp auf dem achten Platz. Innerhalb von zwei Transferperioden hat Jürgen sich dann eine Mannschaft aufgebaut, die zu seinem Stil passt und jetzt gewinnen sie alle möglichen Titel."
Zwischen den Zeilen bringt Rangnick auch Kritik an der medizinischen Abteilung des eigenen Klubs an: "Liverpool spielt in vier Bewerben und hat keine Verletzungsprobleme. Wir spielen nur in der Premier League und haben fünf, sechs Verletzte. Auch das muss man genau analysieren, warum passieren diese Dinge."
Die "Red Devils" sind aktuell Fünfter der Premier League. Auf Platz 4 und damit den Champions-League-Startplatz fehlen sechs Runden vor Saisonende drei Punkte. Das Programm hat es aber in sich. Am Dienstagabend kommt es zum Derby. Der Liga-Gegner? Der FC Liverpool. Ankick ist um 21 Uhr.