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Rapid-Bezwinger besser als Österreichs Rekord-Saison?

Fußball kurios. Fußballzwerg Liechtenstein ist drauf und dran, Österreichs Rekordsaison in der Fünfjahreswertung zu überbieten. 
Heute Redaktion
11.10.2022, 14:49
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Österreichs Klub humpeln in der Fünfjahreswertung aktuell nur hinterher. Von Rang acht gestartet, ist Österreich nach einer bisher eher durchwachsenen Europacup-Saison auf Rang zehn in der UEFA-Fünfjahreswertung zurückgefallen, wurde von Schottland und Belgien überflügelt.

Die bisher eingefahrenen 3,500 Punkte, für die vor allem Salzburg und Sturm, aber auch die Wiener Austria sorgten, sind zwar solide, eine ähnlich starke Spielzeit wie die Rekordsaison 2021/22, als Rot-Weiß-Rot 10,400 Punkte einfuhr, ist jedoch meilenweit entfernt. Die 3,500 Zähler bedeuten aktuell Rang 21. Ein internationales Überwintern der Mozartstädter, womöglich sogar in der Champions League, wäre Gold wert. Allerdings ist noch nicht ganz klar, welche Auswirkung die aktuelle Saison auf die Fünfjahreswertung hat. Schließlich hat die UEFA noch nicht die Zugangslisten der drei europäischen Bewerbe für die Saison 2024/25 veröffentlicht. 

Rapid-Bezwinger trumpft auf

Der Fokus liegt derweil allerdings ohnehin nicht auf Rot-Weiß-Rot, sondern auf einem Fußball-Zwerg, mit dem bereits Rapid Wien unliebsame Bekanntschaft gemacht hat: dem FC Vaduz. Der Schweizer Zweitligist, der Liechtenstein in der Fünfjahreswertung vertritt. Mit dem Sieg über die Hütteldorfer schaffte es erstmals ein Team aus dem Fürstentum in die Gruppenphase eines internationalen Bewerbs. 

Und mischt auch auf der großen europäischen Fußballbühne mit. Der Verein von Kristijan Dobras, Anes Omerovic und Manuel Sutter holte in einer Gruppe mit AZ Alkmaar, Dnipro-1 und Apollon Limassol bereits zwei Punkte, hat damit sogar realistische Chancen auf den zweiten Gruppenrang. Durch die Vaduz-Erfolge hat Liechtenstein in der Fünfjahreswertung bereits 6,500 Punkte auf dem Konto. Damit ist der Fußball-Zwerg aktuell der drittbeste Verband in der Fünfjahreswertung - hinter England und Spanien.

Das komplexe Reglement

Doch wie geht das? Verantwortlich dafür ist das etwas komplexe Reglement der Fünfjahreswertung, die für die Verteilung der Europacup-Startplätze an alle europäische Ligen verantwortlich ist. Generell gilt in der Gruppenphase: Für jeden Seig gibt es zwei Punkte, für jedes Unentschieden einen Zähler. Hinzu kommen noch verringerte Punkte in den Qualifikationsrunden sowie Sonderpunkte - etwa für das Erreichen der Champions League. Allerdings wird die Anzahl der Punkte durch die Europacup-Starter eines Verbandes dividiert. 

Heißt für Österreich: Salzburg, Sturm, Austria, Rapid und Wolfsberg haben zwar bisher 17,50 Punkte eingefahren, diese wurden jedoch durch fünf dividiert, so bleiben 3,5 Zähler übrig. 

Sonderfall Liechtenstein

Hier genießt Liechtenstein jedoch einen Sonderstatus. Denn der FC Vaduz ist der einzige Vertreter des Fürstentums. In Liechtenstein wird keine Meisterschaft gespielt, deshalb gibt es keine Teilnehmer an der Champions-League-Qualifikation. Allerdings wird ein liechtensteinischer Cup ausgespielt. Und der Sieger dieses Bewerbs darf Österreichs kleines Nachbarland im internationalen Fußball vertreten.

Damit ist auch klar: Sollte Liechtenstein in den verbleibenden zwei Gruppenspielen noch zwei Siege holen, dann würde Liechtenstein sogar bei 10,50 Punkte halten. Und damit Österreichs Rekordsaison überflügeln. 

Liechtenstein hat jedenfalls durch die Vaduzer Erfolge bereits einen ordentlichen Sprung nach vor gemacht, von Rang 49 auf den 34. Platz. Dass sich an der Position des Fußballzwergs allerdings nachhaltig etwas ändert, müsste sich eine derartige Rekordsaison wiederholen...

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