Rapid-Fan leitetet Drogenkartell

Schlag gegen die Drogenkriminalität: Er war Chef eines Rapid-Fanclubs und Boss einer Drogenbande: Jetzt wurde Thomas K. (49) von Wiener Fahndern festgenommen. In einer Mietwohnung lagen 93 Kilo Cannabis und Waffen. Auch eine einarmige, bettlägrige Frau wurde festgenommen.

Schlag gegen die Drogenkriminalität: Er war Chef eines Rapid-Fanclubs und Boss einer Drogenbande:

Jetzt wurde Thomas K. (49) von Wiener Fahndern festgenommen. In einer Mietwohnung lagen 93 Kilo Cannabis und Waffen. Auch eine einarmige, bettlägrige Frau wurde festgenommen.

Bei der Aktion handelte es sich um eine internationale Operation. Die europäische Polizeibehörde Europol koordinierte die Ermittlungen, die neben Österreich Spanien und Frankreich umfassten. Die Gruppe war bereits 2013 im Visier der Drogenfahnder gestanden. Im November 2013 teilte der Leiter der Außenstelle, Gerhard Winkler, mit, dass bei Razzien 16 des Suchtgiftschmuggels verdächtige Personen ausgeforscht wurden, neun davon mussten oder müssen Haftstrafen verbüßen.

Bei der Aktion 2013 waren bereits 47 Kilogramm Cannabisprodukte beschlagnahmt worden. Die Ermittler bekamen jedoch bald danach mit, dass der Ring im Geschäft blieb. "Die Tätergruppierung hat sich neu organisiert", sagte Winkler. Im März wurden die Ermittlungen neu aufgenommen. Das Suchtgift kam aus Marokko über Spanien nach Europa, von wo es weiter verteilt wurde. Die österreichische Gruppierung bezog sowohl Harz als auch Cannabiskraut. Deshalb gehen die Ermittler davon aus, dass ein Teil der Drogen auch über die Niederlande ins Land kam.

Pumpgun und Maschinenpistole

Am 11. September schlugen die Suchtgiftfahnder erneut zu. Bei elf Hausdurchsuchungen wurde das Cannabis sichergestellt, laut Winkler eine der größten Mengen, die im heurigen Jahr in Österreich sichergestellt wurden. Dazu kamen eine Pumpgun und eine Maschinenpistole des Typs "Skorpion" sowie ein Taser. Fünf Verdächtige wurden in Untersuchungshaft genommen.

Als Hauptverdächtiger gilt der 49-jährige Thomas K., Fanclub-Capo von Rapid. Er wurde von Winkler als mutmaßlichen "zweiten Österreich-Geschäftsführer" bezeichnet - den "Österreich-Geschäftsführer" erwischten die Fahnder im Vorjahr - er war der Polizei schon seit längerem bekannt. Die anderen vier sind mutmaßliche Subdealer, die das Suchtgift im Wiener Raum unter die Konsumenten brachte. Bei ihnen handelt es sich um 56, 51 und 22 Jahre alte Männer sowie um eine 32-jährige Frau. Nur der jüngste der Gruppe ist bisher nicht bei Amtshandlungen aufgefallen. Weitere drei Verdächtige blieben auf freiem Fuß, da ihr Tatbeitrag als geringer eingestuft wurde.

Pflegebedürftige wohnte in Drogenbunker  

Der Hauptbunker für die Drogen war eine Wohnung am Sonnenweg in Penzing. Bei den Ermittlungen stießen die Fahnder auch auf eine Frau Mitte 50 in Währing, die pflegebedürftig und bettlägerig war. Sie betrieb den Drogenverkauf dementsprechend auch vom Bett aus. Die Kunden hatten den Code zu einem Schlüsselsafe beim Eingang zur Wohnung und kamen so zu ihrer Dealerin. Die Frau hatte das Cannabis neben einer ganzen Batterie von Medikamenten in Gefrierbeuteln neben sich liegen, ebenso das Geld. Sie finanzierte ihre umfangreichen Therapien mit den Drogenverkäufen. Unsicherheitsgefühl gab es dabei offenbar nicht, Schutz gab es für sie keinen.

Die Ermittlungen sind laut Winkler noch nicht abgeschlossen. Unter anderem untersuchten die Fahnder noch, wozu die Gruppe die Waffen benötigte. Die Herkunft des Geräts ist unklar, die Seriennummern wurden entfernt. Ebenso galt es noch zahlreiche sichergestellte Spuren auszuwerten. Unter anderem erhofft sich die Polizei dadurch Erkenntnisse zu der Frage, wie das Suchtgift ins Land gebracht wurde.

Verdächtige gaben sich schweigsam  

Die Verdächtigen gaben sich bei den Einvernahmen, nicht zuletzt auf Anraten ihres Strafverteidigers, sehr schweigsam und kündigten an, sich erst äußern zu wollen, wenn die Polizei ihre Ermittlungsergebnisse vorlege. Winkler betonte, dass die Gruppe nach den Erkenntnissen vermutlich seit Jahren im Geschäft ist. Als gesichert gelten die Aktivitäten zumindest für die vergangenen beiden Jahre.

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