Philipp Wydra ist zurück in Hütteldorf. Über die zweite Mannschaft soll sich der Offensivspieler für die Kampfmannschaft empfehlen.
Schon mit 16 Jahren verschlug es Wydra aus dem Rapid-Nachwuchs zum FC Köln. Bei Laola 1 erzählt er, wie er durch Zufall nach Deutschland kam: "Markus Dorn, der dann in Köln mein Trainer war, hat sich die Rapid-U18 in Wien angeschaut. Eigentlich wollten sie einen anderen Spieler. Zur Pause hat Dorn schon in Köln angerufen und gesagt: 'Vergesst es, ich habe einen anderen gefunden!' Er ist direkt zu meinen Eltern gegangen. Dann hat es seinen Lauf genommen."
Doch beinahe wäre es nichts mit der Fußballer-Karriere geworden. Mit 13 hing sogar sein Leben am seidenen Faden.
"Ich war damals 13 Jahre alt. Wir haben in Polen, der Heimat meiner Eltern, ein Go-Kart gebaut. Das musste man anschieben, bevor man es starten konnte. Ich habe angeschoben, dachte mich ruft jemand und habe nach hinten geschaut. Da springt das Go-Kart an und fährt los. Ich hatte meine Hände noch drauf, bin nach vorne gefallen und habe nach unten gegriffen, um mich abzustützen. Ich bin mit meinem linken Arm in die Hinterachse gekommen", erzählt Wydra seine wilde Geschichte.
"Es hat mir in der Armbeuge alles rausgerissen. Die Hauptschlagader ist geplatzt. Das ist auf einem Kiesboden passiert, ein Stein ist in der Hauptschlagader hängengeblieben. Das war Riesenglück, ich wäre sonst wahrscheinlich verblutet. Und dann hatte ich nochmal Glück: Die Ärztin, eine der wenigen in Polen, die das operieren kann, ist erst einen Tag davor aus ihrem Urlaub zurückgekommen. Ich hatte viele Schutzengel", lässt der Rapidler aufhorchen.
In Köln lief es zuletzt nicht mehr nach Wunsch, daher entschied sich Wydra zu einer Rückkehr nach Hütteldorf.
Geschäftsführer Steffen Hofmann streut seinem Neuzugang Rosen: "Gerade in der Offensive hat er enormes Potenzial, einen hervorragenden linken Fuß, Stärken im 1-gegen-1 und im Abschluss. Er ist einer der Spieler, bei dem es mir sehr weh getan hat, als er uns Richtung Ausland verlassen hat. Das war extrem schade, doch umso glücklicher sind wir, ihn wieder hier bei uns zu haben."