"Es war ein sehr kampfbetontes Spiel. Wir haben den Kampf angenommen und gewonnen", analysierte Ercan Kara Rapids 3:1-Sieg in Hartberg. Der Angreifer bekam die harte Gangart des Gegners am eigenen Leibe zu spüren. In der 23. Minute stieg ihm Gegenspieler Bakary Nimaga ins Gesicht. Nimaga sah nur die Gelbe Karte. Kara war vom Duell mit dem 26-Jährigen gezeichnet: Er verlor einen ganzen und einen halben Zahn.
Auf die Szene angesprochen blieb er im "Sky"-Interview cool: "Er ist mir draufgestiegen und nochmal ins Gesicht. Absicht unterstelle ich ihm nicht. Man sollte besser aufpassen. Eineinhalb Zähne fehlen mir, dafür habe ich einen Assist und ein Tor." Der 24-Jährige präsentierte sich zwar positiv, das Lächeln verkniff er sich aber. Er zeigte seine Zähne nicht.
Kara ließ sich von seiner Verletzung auch im Spiel nicht aus der Ruhe bringen. Noch vor der Pause erhöhte er auf 2:0 (35.). Kelvin Arase hatte Rapid schon in der zweiten Minute in Führung gebracht, Kara den Assist geleistet.
Nimaga flog kurz vor dem Pausenpfiff nach seiner zweiten Gelben Karte vom Feld. Zehn Hartberger konnten noch auf 1:2 verkürzen (Thomas Rotter, 66.). Arase schnürte in Minute 76 seinen Doppelpack und sorgte damit für die Entscheidung.
Die Hütteldorfer schoben sich mit dem Erfolg am zehnten Spieltag der Bundesliga zumindest vorerst auf dem zweiten Rang. Der LASK könnte mit einem Sieg im Oberösterreich-Derby gegen Ried nicht nur an den Wienern vorbeiziehen, sondern auch Tabellenführer Salzburg überholen.
Am vergangenen Wochenende hatte sich Kara im Wiener Derby noch sprichwörtlich zahnlos präsentiert. Beim 1:1 gegen die Wiener Austria trat Rapid dominant auf, musste sich aber mit einem 1:1 zufrieden geben. Kara vergab dabei gleich mehrere hochkarätige Torchancen.