Szene

Rapper Sido führt böse Buben ins Licht!

Heute Redaktion
14.09.2021, 03:42

Sido, der Retter ist da. Er kommt aber nicht von hoch oben, sondern von tief unten. Vom Asylantenheim schaffte es der Rapper schließlich bis ganz rauf auf den Küniglberg - und von diesem Glück will er in seiner neuen Show "Blockstars" etwas abgeben. Die Idee mutet edel an. Das Konzept, Outlaws für die Quote ins Rampenlicht zu schupfen, weniger.

Sido, der Retter ist da. Er kommt aber nicht von hoch oben, sondern von tief unten. Vom Asylantenheim schaffte es der Rapper schließlich bis ganz rauf auf den Küniglberg - und von diesem Glück will er in seiner neuen Show "Blockstars" etwas abgeben. Die Idee mutet edel an. Das Konzept, Outlaws für die Quote ins Rampenlicht zu schupfen, weniger.

Je verpfuschter das Leben, desto größer die Chance, in die von Sido beaufsichtigte WG und später dann in die Combo "Blockstars" aufgenommen zu werden. Was für ein Ansporn. Natürlich begibt sich der Erlöser mit Wollmütze in der ersten Sendung (Donnerstag, 21.50 Uhr, ORF eins) persönlich in die Untiefen der Gesellschaft, um im Dunstkreis von Knast, Heim und Co. passende Kandidaten zu finden.

Acht benachteiligte Musiktalente also, die im gruppendynamischen Prozess Nachhilfe in Musik, Manieren und Miteinander kriegen? Nicht unbedingt. Denn ganz so konsequent ist man in Sachen böse Buben dann doch nicht, wie sogar der Pressetext offenbart: "Sido will das Risiko, mit einer Handvoll Unbekannten einen musikalischen Erfolg zu landen, kalkulierbar halten." Der Erlöser mischt deshalb kurzerhand einen deutschen Rapper per Wildcard und vier weitere so gar nicht abgerutschte Mädels zur Truppe.

"Black Eyed Peas auf Deutsch"

Übrig bleiben am Ende des Achtteilers drei bis vier Burschen und eine Sängerin, so eine Art "Black Eyed Peas auf Deutsch" oder so. Aber ein wenig Größenwahn tut ja manchmal ganz gut. Dass auch "Die große Chance"- Siegerin Christine Hödl das Sendungskonzept, nur Menschen mit groben Problemen eine Plattform zu geben, kritisch sieht, überrascht: "Diese Vorgabe pusht, motiviert potenzielle Kandidaten ja quasi zum Abdriften. Das kann gefährlich sein."

Und was sagen Sie, liebe Leser? Ist die Show tatsächlich ein Sprungbrett für sozial Schwache, oder werden sie für die Quote vorgeführt?

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