Rassismus: Chemnitz-Fans boykottieren Heimspiel

Beim Chemnitzer FC kehrt keine Ruhe ein! Nachdem die Klubführung Fans wegen Rassismus anzeigte, kommt es nun zum Stimmungs-Boykott.
Verantwortliche des deutschen Drittligisten erstatteten aufgrund rassistisch-antisemitischer Äußerungen während des Spiels bei Bayern München II Anzeige bei der Polizei Chemnitz. Auch Ex-Spieler Daniel Frahn, der wegen seiner angeblichen Nähe zur rechten Szene gefeuert wurde, meinte auf Facebook: "Diese unzumutbaren Äußerungen von Teilen des Fan-Anhangs, bei denen Spieler und Verantwortliche beleidigt, rassistisch oder antisemitisch verunglimpft werden, sind vollkommen inakzeptabel – diese Personen gehören vom Verein ausgeschlossen."

Ein Teil der Chemnitz-Fans will den Streit nun weiter eskalieren lassen. Ultra-Gruppen kündigten einen Boykott des Heimspiels am Freitag gegen 1860 München an. Etwa 500 Plätze sollen laut der Ankündigung frei bleiben. Klub-Sprecher Steffen Wunderlich bleibt gelassen: "Einige Plätze in der Südkurve werden frei bleiben, auch die Stimmung wird sicher darunter leiden. Das akzeptieren wir." Nachsatz: "Wir hätten gerne mit allen Fans unseren ersten Heimsieg in der neuen Saison gefeiert."

Im Mittelpunkt der Ultras-Kritik steht Sportdirektor Thomas Sobotzik, der von einigen Fans als "Judensau" beschimpft worden sein soll. Außerdem klagen die Ultras nun über Sippenhaft, weil Sobotzik den Spielern nach der Partie am vergangenen Samstag verboten hatte, zu den Fans in der Kurve zu gehen. (red)

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