Die rassistischen Vorfälle bei der Partie zwischen Valencia und Real Madrid vor einigen Wochen sorgten über Spanien hinaus für Schlagzeilen. Real-Star Vinicius Junior wurde damals, nicht zum ersten Mal diese Saison, Opfer von wüsten Beleidigungen. Nun traf sich FIFA-Boss Gianni Infantino mit ihm und der brasilianischen Nationalmannschaft.
"Es wird keinen Fußball mehr geben, in dem Rassismus vorkommt. Genug ist genug", hielt Infantino fest und erklärte, Spiele bei solchem Vorfällen künftig sofort zu stoppen. Weiter verkündete er, dass die FIFA ein neues Anti-Rassismus-Komitee einführt, dem Vinicius vorstehen wird. Zusammen mit anderen Fußball-Stars sollen Vorschläge erarbeitet werden, wie diskriminierendes Verhalten in den Stadien künftig schärfer sanktioniert werden kann.
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Die Profis habe man dabei eingespannt, weil es wichtig sei, ihnen die Ausübung ihres Berufs "in einem sicheren Umfeld" zu gewährleisten, erklärte Infantino, dem es ein Anliegen war, persönlich mit Vinicius über die Thematik zu sprechen. "Wir werden sehr harte und strenge Strafen verhängen, um das Problem des Rassismus im Fußball ein für alle Mal zu lösen", versprach der 53-Jährige.
Welche konkreten Massnahmen gegen Rassismus sich die Spieler vorstellen, sei noch unklar. Infantino betonte jedoch, dass die politischen Behörden und lokalen Staatsanwälte weltweit entschlossener gegen das Problem vorgehen müssten. "Ein rassistischer Akt ist ein krimineller Akt", sagte der FIFA-Boss und erklärte, dass man beim Weltverband künftig auch rechtliche Schritte bei den lokalen Behörden einleiten werde.
Mit schwarzen Trikots verlieh Brasiliens Fußball-Nationalmannschaft derweil dem Protest gegen Rassismus Ausdruck. Beim 4:1 im Länderspiel am Samstag gegen Guinea spielte die Selecao in Barcelona in der ersten Halbzeit ganz in Schwarz. In der zweiten Hälfte trugen die Südamerikaner wieder das traditionelle Kanariengelb.
Am Sonntag wurde dann aber bekannt, dass es im Umfeld von Vinicius Junior erneut zu einem Rassismus-Eklat gekommen ist. Felipe Silveira, langjähriger Freund und Berater des brasilianischen Ausnahmestürmers, prangerte das Verhalten eines Mitarbeiters einer privaten Sicherheitsfirma im Stadion des spanischen Clubs Espanyol bei Barcelona an.
Der Mann habe am Samstag bei der Einlasskontrolle zum Freundschaftsspiel zwischen Brasilien und Guinea plötzlich eine Banane aus der Tasche gezogen und gerufen: "Hände hoch, das hier ist meine Pistole für Dich", berichtete das brasilianische Fernsehen. Silveira und andere Vertraute von Vinicius hätten sofort die Polizei gerufen.
Der brasilianische Sender TV Globo zeigte Bilder des anschließenden Tumults und eine Banane, die aus der Hosentasche des Sicherheitsmannes ragte. Der brasilianische Fußball-Verband CBF forderte Konsequenzen. Vinicius Junior klagte auf Twitter: "Der Umgang war traurig."