Fussball

Rassist? homophob? Fans wollen Trainer Gattuso nicht

Italien-Legende Gennaro Gattuso soll neuer Valencia-Trainer werden. Doch die Fans wollen ihn nicht - es läuft eine Kampagne gegen ihn.
20 Minuten
05.06.2022, 13:30

Rassismus und Homophobie wird Gattuso vorgeworfen, die Valencia-Anhänger sind nicht einverstanden mit der Wahl des Italieners als Cheftrainer.

Gattuso soll bereits seine Unterschrift unter den Vertrag gesetzt haben. Der Weltmeister von 2006 arbeitete zuletzt von Dezember 2019 bis Juni 2021 für Napoli.

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In Valencia gibt es jedoch einen Mann, der das Engagement von Gattuso verhindern will. Und das um jeden Preis! Der ehemalige Vizepräsident Valencias, Miguel Zorio, startete in den sozialen Medien unter dem Hashtag #NoAGattuso eine Kampagne gegen die Italien-Legende – wegen früherer abwertender Bemerkungen des 44-Jährigen über Frauen, Homosexuelle und schwarze Spieler. Viele Fans schließen sich dieser Meinung an.

Auf der Plattform "Marea Valencianista" veröffentlichte Zorio eine Auflistung von Gattusos Verfehlungen und startete seine Kampagne gegen "Fremdenfeindlichkeit, Homophobie und Gattusos Macho-Gehabe".

So hatte Gattuso unter anderem 2013 gesagt: "Ich kann mir Frauen im Fußball einfach nicht vorstellen. Ich sage es nicht gerne, aber so ist es nun einmal."

Weiter nannte Zorio die Aussage von Gattuso 2008, als er sagte: "Die Ehe sollte zwischen einem Mann und einer Frau geschlossen werden, und die homosexuelle Ehe ist mir sehr fremd. Aber jeder macht, was er will." Oder jene 2013, als Gattuso nach den Buh-Rufen gegen Kevin-Prince Boateng meinte: "Wie oft sind Weiße schon ausgebuht worden? Das ist mir passiert, aber ich messe dem keine große Bedeutung bei."

Gattuso wehrt sich derweil gegenüber der "Gazzetta dello Sport": "Ich bin ein Rassist und homophob?", fragt der mutmaßlich neue Valencia-Trainer rhetorisch. "Sind wir verrückt?" Seine Geschichte spreche für sich, so Gattuso weiter. Wenn er ein Rassist sei, so Gattuso, weshalb habe er als Napoli-Trainer dann den dunkelhäutigen Tiémoué Bakayoko gekauft?

"Ich hatte nie etwas gegen schwarze Spieler, viele von ihnen waren meine Teamkollegen und sind Freunde." Dann meint er stinksauer: "Was wissen diese Leute, die von Rassismus reden, über mich? Sie verstecken sich hinter einer Tastatur oder einem Spitznamen."

Fakt ist derweil: Bereits im vergangenen Jahr war eine Kampagne unter dem Hashtag #NoToGattuso gestartet worden, als Gattuso mit Tottenham Hotspur in Verbindung gebracht wurde. Auch dort lehnten viele Fans den Italiener wegen seiner früheren Äußerungen ab, ein Engagement in der Premier League kam nicht zustande.