Österreich

Rätsel um aus Untersberg geborgenes Skelett

Heute Redaktion
14.09.2021, 14:49

Das vor drei Wochen in einer Höhle im Salzburger Untersberg entdeckte Skelett ist am Mittwoch von einem Helikopter abgeholt worden. Die Ausrüstung deutet darauf hin, dass es sich um einen vor Jahrzehnten verunglückten Skifahrer handelt. Eine Obduktion wird durchgeführt, möglicherweise können die sterblichen Überreste aber nicht mehr zugeordnet werden.

Bergrettung und Polizei begannen am Dienstag mit den Arbeiten. Da die Männer dafür rund 250 Meter tief absteigen mussten und der Fundort zunächst vermessen wurde, dauerte die Bergung aus der Höhle bis 22 Uhr. Am Mittwoch wurden dann die Überreste wurden vom Berg geflogen und anschließend in die Gerichtsmedizin gefahren, wo nun eine Obduktion durchgeführt wird.

Höhlenforscher Georg Zagler stieß Mitte Oktober in der erst seit kurzem erfo
rschten Höhle auf Teile eines Skeletts. Zunächst hielt er diese für Tierknochen, doch dann tauchten Schuhe, Teile eines Skis und eines Stockes auf. "Es war ein genagelter Lederschuh mit dicken Eisenzacken", sagte der Finder. Der Geologe vermutet, dass die Schuhe etwa 70 bis 80 Jahre alt sind.

"Anzunehmen, dass er auf der Stelle tot war"

Vermutlich handelt es sich um einen Skifahrer, der im Bereich der Schweigmühlalm abgestürzt ist. Er dürfte in ein Loch gefallen und rund 50 Meter tief abgestürzt sein. "Die Höhle hat oben eine leichte Schräglage, sodass es ihn vermutlich mehrmals überschlagen hat. Es ist anzunehmen, dass er auf der Stelle tot war", so Zagler. 

Nachdem die Leiche verwest war, dürfte Wasser die Überreste im Laufe der Zeit nach unten geschwemmt haben. Knochen wurden nun bis in einer Tiefe von 270 bis 300 Meter gefunden, sagte der Einsatzleiter der Polizei, Manfred Schwaiger.

"Einige Leute abgängig"

Um wen es sich konkret handelt, ist unklar. "Es sind noch einige Leute abgängig", sagte Helmut Obermair, Obmann der Höhlenrettung Salzburg. "Seit 50, 60 Jahren sind viele Menschen am Berg unterwegs, da passiert immer wieder einmal etwas."

Auch die Obduktion wird wohl keinen Aufschluss über die Identität geben. Da davon auszugehen ist, dass das Skelett viele Jahrezehnte lang in der Höhle gelegen ist, dürfte kein DNA-Material mehr vorliegen. Vielleicht wird man den Toten nie identifizieren können.
Der Untersbergg verfügt über zahlreiche Höhlen. Geologe Georg Zagler hat vor rund fünf Jahren auf dem Plateau des Berges nach Höhlen gesucht, um den Wasserhaushalt des Untersbergs zu untersuchen. Dabei fand er 60 Stellen. Eine dieser Höhlen war jene, in der er das Skelett fand.

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