Rätsel um zerschnittenes Kunstwerk

Bild: Sarah Gager / WSKG News

Die Binghamton Universität im US-Bundesstaat New York beschäftigt sich derzeit mit einem mysteriösen Fall: 1982 spendete Norbert Eisenstein, Sohn des aus Wien emigrierten Juden Max, ein wertvolles Bild aus dem 17. Jahrhundert. Das Schräge daran: Das Kunswerk ist in sechs Teile zerschnitten.

Max Eisenstein besaß eine riesige Bildersammlung: "Aber nicht nur Bilder, er hatte eine beträchtliche Kunstsammlung in Wien, darunter auch eine Münzensammlung", erzählt Diane Butler von der Binghamton Universität dem Online-Portal "wskgnews.org". Als er 1938 mit seiner Familie in die USA emigrierte, musste er sich bei den Nazis "freikaufen" – vermutlich mit einigen seiner Sammlerstücke.

Neues Leben in den Vereinigten Staaten

Um sich ein neues Leben in den Vereinigten Staaten aufbauen zu können, dürfte der Geschäftsmann auf die Idee gekommen sein, das Bild des italienischen Barock-Malers Carlo Francesco Nuvolone in sechs gleich große Teile zu zerschneiden und so sicher außer Landes zu bringen. In den USA konnte Eisenstein mit seiner Frau Frieda und seinen Söhnen Norbert und Bruno wieder Fuß fassen.
Spende als großes Rätsel

Norbert ließ sich schließlich in Binghamton nieder. 1982 spendete er das Bild, das aus dem 17. Jahrhundert stammt, der hiesigen Universität, die es bis dato in einem Lagerraum aufbewahrt hat. 1997 starb Norbert im Alter von 90 Jahren – und hinterließ mit seiner Spende auch ein großes Rätsel. Denn nach wie vor sind die genauen Hintergründe unklar, warum das Kunstwerk zerstört wurde.

Die Universität hat das düstere Bild wieder zusammengesetzt und restauriert. Ein Team versucht nun, die offenen Fragen zu klären. Eisenstein jüngerer Sohn Bruno starb bereits 1996. Als letzte Zeugin kann nur noch seine Ehefrau – sie lebt in Arizona – befragt werden.
       

 

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