Dreck, Gestank, Fleisch voller Blut in den Mistkübeln im Innenhof und "Ratten so groß wie Hasen": In den letzten Monaten haben Gemeindebau-Bewohner in der Van-der-Nüll-Gasse im 10. Wiener Bezirk einiges gesehen. In der Troststraße 60 befindet sich ein Restaurant, ein Küchenzugang erfolgt über besagten Wohnbau. Seit April kämpfen Anrainer mit dem Ekel-Lokal, Besserung ist nicht in Sicht.
Im Februar machte das "Restaurant Nepomuk" nach über 20 Jahren Schluss und sperrte zu, ein jemenitisches Lokal folgte auf die heimische Hausmannskost. Seither haben sich offensichtlich auch im nahegelegenen Gemeindebau die Spielregeln geändert. Nach einem "Heute"-Bericht schaute sogar die Hygiene-Razzia vorbei, allerdings ist das Problem deshalb noch lange nicht vorbei.
Zugang und Gänge des Gemeindebaus verfallen, die Türen sind regelmäßig offen oder kaputt. Im Stiegenhaus angekommen, wartet nach wenigen Stufen abwärts eine Tür zu der Küche des angrenzenden Lokals. Die Verschmutzung breitet sich aus. Zu sehen sind ein klebriger Fußboden und jede Menge Flecken. Das Wohnhaus ist voller schwer zu beseitigenden Öl- und Fettflecken.
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Gemeindebau-Bewohnerin Roswitha* (Name von der Redaktion geändert) schämt sich, Gäste nach Hause einzuladen, "weil diese geschockt über unsere Verhältnisse hier sind." Blutiges Fleisch soll sich sogar aufgrund des täglichen Gastro-Betriebs in den restlos überfüllten Mülleimern befunden haben, "wo dir Ratten so groß wie Hasen beim Öffnen der Mistkübel fast ins Gesicht springen!"
Doch auch vor dem Mehrparteienhaus wird es schnell ungemütlich: Kürzlich entdeckte Roswitha vor ihrer Stiege unzählige Küchengeräte: "Bist du deppert! Du kannst nicht einmal raus, Jesus Maria Magdalena!"
Wiener Wohnen ist der Fall auf Anfrage von "Heute" bekannt, man bedauere die Umstände vor Ort. Den Chef des jemenitischen Restaurant habe Wiener Wohnen mehrmals kontaktiert und schriftlich ermahnt. Auch das Magistratische Bezirksamt sowie das Marktamt wurden schon hinzugezogen.
"Nachdem leider alle bisherigen Bemühungen und Ermahnungen ergebnislos geblieben waren, prüfen unsere Juristen derzeit die gerichtliche Aufkündigung des Mietverhältnisses – in der Hoffnung, das Problem so nachhaltig lösen zu können", so Wiener Wohnen abschließend. Wann genau wieder Ruhe in den Gemeindebau einkehrt, ist bislang jedoch nicht klar.