Monatelang überrannten Ratten ein Wachzimmer der Burstyn- Kaserne in Zwölfaxing (NÖ). Die Vorgesetzten ignorierten alle Warnungen - bis ein Rekrut an Mundfäule erkrankte.
Monatelang überrannten Ratten ein Wachzimmer der Burstyn- Kaserne in Zwölfaxing (NÖ). Die Vorgesetzten ignorierten alle Warnungen – bis ein Rekrut an Mundfäule erkrankte.
Alles voll Dreck und aggressiven Nagern: Ein kürzlich abgerüsteter Grundwehrdiener berichtete „Heute“, wie er 17 Kilometer östlich von Wien zwei Monate zwischen Ratten und deren Exkrementen leben musste. „Ich begann meinen Wachdienst Anfang März“, erzählt Emmanuel (20). „Sofort fielen uns im Wachlokal Ratten auf, wir meldeten dies schriftlich. Doch geschehen ist nichts.“
Schwammen durch WC-Abflussrohr
Die Nager machten sich in der Abwasch breit, schwammen durch das Abflussrohr der Toilette. Zahlreiche weitere Hinweise der neun Wachen und rund 120 Bereitschaftssoldaten stießen bei den Vorgesetzten auf taube Ohren – bis ein Bursche an Mundfäule erkrankte und eine Woche unter riesigen Schmerzen im Spital verbrachte. „Der Truppenarzt kam und traute sich nur mit einem Tuch vor dem Mund herein. Als er den mit Exkrementen übersäten Keller sah, flüchtete er mit uns allen ins Freie.“
Denn über Rattenkot werden tödliche Hantaviren übertragen, die zu Nierenversagen und inneren Blutungen führen. Ein Kammerjäger beseitigte die Ratten – aber erst, nachdem der Rekrut ins Spital musste.