Österreich

Räuber gestand Überfälle, die er nicht begangen hat

Heute Redaktion
14.09.2021, 01:58

Laut Anklage soll der Ungar Krisztian S. (43) in Wien fünf Banken ausgeraubt und dabei 141.000 Euro erbeutet haben. Am Montag vor Gericht gab er alle Coups zu, erinnerte sich aber nicht an jeden. Wieso?

Schuldig. Schuldig. Schuldig. Schuldig. Schuldig. Montag gestand Krisztian S. (43) fünf Banküberfälle in Wien – wirkte dabei aber, als würde er gleich auch den Mord an Kennedy zugeben. Warum er dann seit seiner Verhaftung im Vorjahr immer zwei Coups bestritten habe, fragte die Richterin überrascht. "Wenn ich nicht alles auf mich nehme, muss ich Angst um meine Familie haben", erklärte der Ungar tonlos.

Hintergrund: Als er Schulden bei Unterweltlern in seiner Heimat nicht zahlen konnte, drängten ihn die Mafiosi zu Raubzügen in Wien. Krisztian S. war wohl nicht ihr einziger Schuldner. Denn er ist Linkshänder und tarnte sich stets mit einem Radhelm. Zumindest ein Täter bei den fünf Überfällen aber hielt die Pistole rechts und trug einen Fischerhut.

Der Angeklagte sagt dazu nur: "Ich kann mich nicht erinnern". Seine Opfer können nicht vergessen. Im Zeugenstand beschreiben sie den Räuber als brutalen Berserker. Beim letzten Coup fiel sogar ein Schuss. Das Gericht kam zum Schluss, Krisztian S. nur drei Geständnisse zu glauben: 10 Jahre Haft (nicht rechtskräftig). Wegen der abgefeuerten Kugel droht aber eine weitere Anklage (Mordversuch). Mit Unschuldsvermutung.

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