Klarer Fall von Berufsverfehlung: Der wohl tollpatschigste Räuber Niederösterreichs ist Donnerstagfrüh bei einem bewaffneten Überfall auf eine Fleischerei in Kirchschlag (Bez. Wr. Neustadt) kläglichst gescheitert. Sein erster Fehler: eine Maskierung ohne Augenschlitze. Dann sprach er noch so undeutlich, dass ihn niemand verstand. Am Ende war der Räuber ganz alleine im Verkaufsraum ...
Der Schauplatz: die kleine Fleischerei Sch., 50 Meter von der Polizeiinspektion entfernt. Die mögliche Beute des Räubers für eine Straftat, auf die mehrere Jahre Haft stehen: 200 Euro Wechselgeld. Um 7.05 Uhr bedrohte er Verkäuferin Maria V. (53) mit einer schwarzen Pistole, reichte ihr ein Stoffsackerl. V. verstand den murmelnden und orientierungslosen Amateur nicht, flüchtete in den Hof zu Chefin Monika Sch. (44). Als diese Nachschau hielt, sprach der Ganove deutlicher:
Er forderte Geld und wollte wissen, wo sein Stoffsackerl geblieben sei. Die Chefin lief zurück in den Hof zu Gatten und Fleischer Peter Sch. Nachdem man ihn zum zweiten Mal stehen gelassen hatte, reichte es dem Räuber. Er flüchtete ohne Beute. Peter Sch.: Die Frauen waren geschockt. So etwas gibt es bei uns sonst nur im Film. Ich glaube aber, der Räuber hatte noch mehr Angst. Er war hager, 1,80 Meter groß, 20 bis 30 Jahre alt und trug einen grün-gemusterten Kapuzensweater. Hinweise: Tel.: 059133/303333