Räuber verbrennen Bilder um 100 Mio Euro

Bild: AP/Heute.at-Montage

Die Kunstwelt ist entsetzt: Jene sieben Meisterwerke von Picasso, Matisse, Monet, Gauguin und anderen, die im Oktober 2012 aus einer Kunsthalle in Rotterdam gestohlen wurden, sind vermutlich in Rumänien verbrannt worden. Überreste in der Asche eines Ofens erhärten den schrecklichen Verdacht.

wurden, sind vermutlich in Rumänien verbrannt worden. Überreste in der Asche eines Ofens erhärten den schrecklichen Verdacht.

In der Asche des betreffenden Ofens seien Nägel und Pigmentreste gefunden worden, die aus der Herstellungsepoche der gestohlenen Bilder stammten, sagte Ernest Oberländer-Tarnoveanu, Direktor des Historischen Museums in Bukarest, am Donnerstag. Forensiker sollen jetzt feststellen, ob es sich bei dem verbrannten Material wirklich um die gestohlenen Bilder handle. Sollte dies der Fall sein, wäre es "ein Akt unglaublicher Wildheit" und "unehrenhaft für uns".

Mutter verbrannte "Beweismaterial"

Der Prozess gegen die   , sowie vier Komplizen beginnt am 13. August in Bukarest. Die als Komplizin mitangeklagte Mutter eines der mutmaßlichen Diebe hatte der Staatsanwaltschaft gestanden, alle sieben Bilder in ihrem Ofen verbrannt zu haben, um Beweismittel zu vernichten.

Die Asche enthalte Dinge, die "unmöglich" zufällig in den Badezimmer-Ofen im ostrumänischen Dorf Carcaliu gelangt sein könnten: Kleine Nägel aus Stahl und Kupfer zur Befestigung der Leinwand, die "nicht industriell hergestellt" worden seien und demnach aus dem 19. Jahrhundert stammten.

Wert: 50 bis 100 Millionen Euro

Nach Angaben aus den Niederlanden sind die Werke zusammen 50 bis 100 Millionen Euro wert. Sie gehörten zur sogenannten Triton-Sammlung von insgesamt 250 Gemälden, Zeichnungen und Skulpturen aus den Jahren 1860 bis 1970, die der 2012 gestorbene Rotterdamer Industrielle Willem Cordia aufgebaut hatte.

Täter völlig ungebildet

Die mutmaßlichen Täter und ihre Komplizen hätten sich in Rotterdam vor allem mit Zuhälterei und Wohnungseinbrüchen befasst. Rumänische Medien hatten berichtet, dass die mutmaßlichen Täter völlig ungebildet seien und noch nicht einmal die Namen der Künstler kannten, deren Werke sie gestohlen hätten.

Laut Staatsanwaltschaft haben die zwei Männer die Bilder binnen knapp drei Minuten aus dem Museum gestohlen. Zugang hätten sie sich mit einem einfachen Schraubenzieher verschafft, durch eine für Notfälle vorgesehene Hintertür. Sie hätten die Bilder aus den Rahmen gelöst, in Kopfkissen verpackt, nach Rumänien gebracht und erfolglos versucht, diese in Bukarest zu verkaufen. Mitangeklagt ist ein Mann, der versucht haben soll, einen Verkauf zu vermitteln.

APA/red.

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