Rauchen, Saufen – Fluggäste immer rücksichtsloser

2022 ist die Zahl von Zwischenfällen mit Passagieren um insgesamt 47 Prozent gestiegen.
2022 ist die Zahl von Zwischenfällen mit Passagieren um insgesamt 47 Prozent gestiegen.Getty Images/iStockphoto
Fluggäste haben im vergangenen Jahr mehr Krawall ausgeübt als noch 2021. Dabei kommt es auch immer häufiger zu körperlicher Gewalt.

Fliegen kann anstrengend sein. Die Gründe dafür sind vielerlei: Flugangst, Turbulenzen, Platzmangel oder mühsame Fluggäste. Insbesondere an Letzteren soll es im vergangenen Jahr nicht gemangelt haben. Laut dem internationalen Airline-Verband IATA haben "Vorfälle mit widerspenstigen Passagieren" im vergangenen Jahr um 47 Prozent zugelegt.

Darunter versteht IATA Zwischenfälle an Bord, bei denen Passagiere untereinander oder mit dem Flugpersonal streiten. Dazu gehören unter andere auch körperliche Auseinandersetzungen, die im Jahre 2022 sogar um 61 Prozent zugenommen haben. Allerdings seien sie im Vergleich mit Zwischenfällen anderer Art immer noch eher selten.

Zigaretten und Alkohol als Unruhestifter

Zu den häufigsten Zwischenfällen an Bord gehören die Nichteinhaltung von Vorschriften, Beschimpfungen und Trunkenheit. Dazu zählen etwa das Rauchen von Zigaretten oder Vapes, das Nichtanlegen der Sicherheitsgurte, die Überschreitung der Freimenge für Handgepäck oder auch der Konsum von selbst mitgebrachtem Alkohol.

In sämtlichen Kategorien wurde im vergangenen Jahr im Vergleich mit 2021 ein Anstieg der Fälle festgestellt. Dies sei ein Grund zur Sorge: "Der zunehmende Trend bei den Vorfällen mit störrischen Passagieren ist besorgniserregend. Es gibt keine Entschuldigung dafür, den Anweisungen der Besatzung nicht zu folgen", erklärt Conrad Clifford, stellvertretender IATA-Generaldirektor.

IATA fordert einheitliche Strafen

In der Luftfahrtindustrie fehlt es an einheitlichen Strafen. Mit ein Grund dafür, warum mühsame Passagiere oft ohne große Konsequenzen davonkommen. Die IATA fordert deshalb einheitliche Strafen und ruft Regierungen dazu auf, das Montrealer Protokoll 2014 zu ratifizieren. "Dieses stellt sicher, dass Regierungen über die notwendigen rechtlichen Befugnisse verfügen, um widerspenstige Passagiere unabhängig von ihrem Herkunftsland zu verfolgen. Darüber hinaus verfügen Regierungen damit über eine Reihe von Durchsetzungsmaßnahmen, die der Schwere des Vorfalls entsprechen", schreibt IATA.

Bislang haben laut IATA nur etwa 45 Länder, auf die gut 33 Prozent des internationalen Luftverkehrs entfallen, dieses Protokoll ratifiziert. Weiter fordert der Airline-Verband Schulungen zur Deeskalation von Zwischenfällen und den Austausch von erfolgreichen Maßnahmen.

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