Österreich

Wienerin bekommt 185.000 Euro fürs Nicht-Arbeiten

Heute Redaktion
13.09.2021, 14:33

Fünf Jahre lang musste eine Wienerin gegen ihren Willen bei vollen Bezügen zu Hause verbringen. Sie war nach 25 Dienstjahren gefeuert worden. Zu Unrecht, wie nun ein Gericht feststellte.

Ein Vierteljahrhundert war M. R. (59) war bei einem Wiener Nahrungsmittelhersteller mit einer rund 240 Mitarbeiter großen Belegschaft angestellt, ehe sie 2015 gefeuert wurde, nachdem sie sich im Betriebsrat engagiert hatte.

Die Floridsdorferin ging dagegen vor. Wie die "Kronen Zeitung" berichtet, urteilte das Wiener Oberlandesgericht nun rechtskräftig, dass der Rausschmiss unwirksam sei. Schon seit die Kundenbetreuerin Anfang 2019 in erster Instanz vor dem Arbeitsgericht ebenfalls gewonnen hatte, musste ihr ihr früherer Arbeitgeber wieder ihr monatliches Gehalt überweisen.

Durch den nun gefällten OLG-Beschluss mussten der 59-Jährigen auch sämtliche entgangenen Bezüge inklusive der verpassten Gehaltsvorrückungen – insgesamt 185.000 Euro – ausbezahlt werden. Und: Der Nahrungsmittelhersteller muss M. R. wieder einstellen. Doch nach alledem ist die Wienerin dort offenbar nicht mehr gerne gesehen.

Prozess gegen Zwangspension

Weil der 59-Jährigen nur noch wenige Monate auf den 60. Geburtstag fehlen, wird offenbar von der Betriebsleitung eine Pensionierung der streitbaren Kundenbetreuerin angestrebt. Doch diese will, nachdem sie die letzten fünf Jahre gezwungenermaßen daheim verbracht hatte, nun wieder arbeiten.

Dem "Krone"-Bericht zufolge will M. R. auch gegen diese Zwangspensionierung rechtlich vorgehen. Ihr Anwalt Johannes Bügler rechnet sich offenbar gute Chancen aus. "Ich glaube, meine Mandantin hat das Recht, wie Männer bis 65 zu arbeiten", so der Jurist gegenüber der Zeitung. Er strebe nun einen Musterprozess inklusive Grundsatzentscheidung an.

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