Bereits seit dem vergangenen Jahr kommt die Elitetruppe der deutschen Bundeswehr, das Kommando Spezialkräfte (KSK) nicht aus den Negativschlagzeilen. Bereits mehrfach sind Mitglieder der Einheit als Mitglieder von Neonazi-Netzwerken aufgeflogen. Nun wurden bei einer Razzia auf dem Privatgelände eines KSK-Soldaten in Sachsen erneut Waffen und Sprengstoff gefunden.
Die sächsische Polizei führte nach Hinweisen des Militärischen Abwehrdienstes (MAD) der Bundeswehr die Razzia durch. Der vermeintliche Elitesoldat war bereits seit längerer Zeit in dessen Blickfeld. Im Raum steht auch ein möglicher Verstoß gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz.
Der MAD hatte zuletzt seine Anstrengungen zur Enttarnung von Extremisten in den Reihen der Bundeswehr verstärkt. Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) erklärte zu dem Fall: "Jeder, der in irgendeiner Art und Weise radikal in der Bundeswehr auffällt, hat in unseren Streitkräften keinen Platz." Gehandelt werde stets mit "Härte und Konsequenz".
Nach Kritik aus Politik und Medien hatte der MAD seinen "Instrumentenkasten" überarbeitet, um auch den Blick nach rechts zu schärfen. So wurden 400 neue Dienstposten eingeplant. Mit dem Verfassungsschützer Burkhard Even gibt es nun auch einen zivilen Vizepräsidenten.
Im KSK gab es in den vergangenen Jahren eine Häufung rechtsextremistischer Vorkommnisse. In seinem jüngst veröffentlichten ersten Jahresbericht stellt der MAD insgesamt eine Zunahme rechtsextremistischer Verdachtsfälle fest. Es seien auch "Kennverhältnisse" zwischen Verdächtigen über Kommunikation in sozialen Medien und im realen Leben erkannt worden.
Der MAD enttarnte demnach 14 Extremisten (Kategorie "Rot"): acht Rechtsextremisten, vier Islamisten und zwei sogenannte Reichsbürger/Selbstverwalter, die die Existenz der Bundesrepublik Deutschland als Staat leugnen.