Österreich

Reanimiertes Lawinenopfer im Spital gestorben

Heute Redaktion
14.09.2021, 02:10

Bei einem Lawinenabgang in Damüls (Bregenzerwald) ist am Samstagnachmittag ein Mann ums Leben gekommen, eine Frau wurde verletzt. Eine Skitourengruppe hatte einen Lawinenkegel bemerkt und sofort mit der Suche begonnen.

Bei einem Lawinenabgang in Damüls (Bregenzerwald) ist am Samstagnachmittag ein Mann ums Leben gekommen, eine Frau wurde schwerverletzt geborgen. Eine Skitourengruppe hatte einen Lawinenkegel bemerkt und sofort mit der Suche begonnen. Die Frau wurde reanimiert und ins Spital gebracht, wo sie in der Nacht auf Sonntag verstarb. Österreichweit kam es außerdem zu weiteren schweren Lawinen-Zwischenfällen.

Laut Polizei war die Lawine am späten Samstagnachmittag auf der Abfahrt vom Portlerhorn im freien Skiraum abgegangen. Beide Wintersportler wurden von den Schneemassen verschüttet. Die Tourengeher begannen mit der Suche nach den Verschütteten, weil ihre Suchgeräte ausgeschlagen hatten. Ein Gruppenmitglied fuhr bis zum Gasthof Sonnenheim ab, um die Einsatzkräfte zu alarmieren.

In den Schneemassen fand die Gruppe einen Mann und eine Frau. Ein Arzt, der mit der Skitourengruppe unterwegs war, leitete die Reanimation ein. Im Fall des Mannes kam jede Hilfe zu spät. Die Frau konnte vorerst erfolgreich wiederbelebt werden und wurde nach dem Eintreffen der Einsatzkräfte mittels Rettungshubschrauber ins Krankenhaus Innsbruck abtransportiert. In der Nacht verstarb aber auch sie.

Steirer musste acht Stunden in Lawine warten

Acht Stunden hat ein 74 Jahre alter Mann aus dem Bezirk Bruck-Mürzzuschlag am Samstag nach einem Lawinenabgang teilweise verschüttet auf Rettung gewartet. Er wurde knapp vor Mitternacht von Suchtrupps gefunden, der Mann war stark unterkühlt, aber ansprechbar. Er wurde verletzt ins Krankenhaus Hochsteiermark gebracht. Das Schneebrett, das ihm zum Verhängnis wurde, hatte er selbst ausgelöst.

Nach Angaben der Polizei war der Pensionist mit Tourenskiern von Seewiesen in der Gemeinde Turnau (Bezirk Bruck-Mürzzuschlag) auf den sogenannten Oischinggipfel im Gebiet des steirischen Seebergs aufgestiegen. Gegen 15.00 Uhr fuhr er in steilem Waldgelände Richtung Seewiesen ab. Dabei löste er ein Schneebrett aus, das ihn rund 500 Meter mit sich riss. Der 74-Jährige konnte sich nicht selbst befreien und auch keine Hilfe rufen, weil er sein Mobiltelefon in der Lawine verloren hatte - die Rettungskräfte fanden ihn schließlich durch die Handypeilung.

Lawinenrucksack rettete Skifahrer

Ein 20 Jahre alter Skifahrer aus dem Bezirk Leoben ist am Sonntagvormittag am sogenannten Polsterkar bei Präbichl in Eisenerz (Bezirk Leoben) von einem Schneebrett mitgerissen worden. Nach Angaben der Polizei gelang es ihm, seinen Lawinenrucksack auszulösen, er wurde an die Oberfläche gezogen und kam 200 Meter talwärts zum Stillstand. Er blieb unverletzt.

Der Mann war mit einem zweiten, 23 Jahre alten Skiläufer im freien alpinen Gelände unterwegs gewesen, als er das Schneebrett auslöste. Der zweite Skifahrer befand sich abseits der Lawine und wurde von ihr nicht erfasst. Nachdem sich der 20-Jährige aus dem Schnee befreit hatte, fuhren die beiden zur Talstation und meldeten den Zwischenfall.

Lawine flüchtigen Variantenfahrern ausgelöst

Die Lawine am Hochkar, durch die Samstagmittag ein Skifahrer (30) schwer verletzt worden ist, wurde nach Angaben der Landespolizeidirektion NÖ und des Bergrettungsdienstes NÖ/Wien von zwei Variantenfahrern ausgelöst. Die Verursacher seien geflüchtet ohne dem Mann Hilfe zu leisten. Hinweise auf das Duo sind an die Polizeiinspektion Lunz am See (Tel.: 059133-3154) erbeten.

Bei dem Opfer handelt es sich um einen 30-Jährigen aus dem Bezirk St. Pölten. Der Skifahrer war teilverschüttet worden. "Christophorus 10" flog den Mann ins Landesklinikum Amstetten, wo eine Unterschenkelfraktur rechts festgestellt wurde, berichtete die Polizei. Die von dem Schneebrett getroffene "schwarze" Piste "8" (Karabfahrt) war gesperrt gewesen. Nachdem der 30-Jährige im Hang stehen geblieben war, habe er oberhalb zwei weitere Personen bemerkt. Durch die in der Folge ausgelöste Lawine wurden laut Polizei alle drei Skifahrer mitgerissen. Nur der 30-Jährige sei teilverschüttet worden, die anderen beiden flüchteten.

Mehrere Verletzte durch Lawinen

Auch in Obertauern wurden am Samstag zwei Schweden von einem Schneebrett erfasst und teilweise verschüttet. Demnach wollten die beiden 35-Jährigen am Samstag eine Rinne an der Hundskogelbahn befahren. Plötzlich löste ein Skifahrer oberhalb von ihnen ein Schneebrett aus. Die beiden dadurch Verschütteten konnten sich selbst befreien, sie verloren aber in den Schneemassen ihre Ausrüstung.

Ein 34-jähriger Brite hat sich am Samstag bei einem Lawinenabgang in St. Anton am Arlberg schwer verletzt. Er stürzte in steilem, felsdurchsetztem Gelände sechs Meter auf den darunterliegenden Hang und löste dabei ein Schneebrett aus, das ihn mitriss. Ebenfalls mitgerissen wurde ein 60-jähriger Brite, der gerade den Hang befuhr. Die beiden Wintersportler wurden nicht verschüttet, so die Polizei.

Mehrere Tote bei Lawinen in der Schweiz

In der Schweiz sind am Samstag bei mehreren Lawinenniedergängen insgesamt sieben Personen ums Leben gekommen. Das folgenschwerste Unglück ereignete sich in Graubünden. Dort riss am Nachmittag eine Lawine sieben Skitourenfahrer mit und verschüttete sie. Drei Personen konnten nur noch tot aus den Schneemassen geborgen werden. Vier Menschen wurden schwer verletzt ins Spital geflogen, zwei starben später.

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