Weinfreunde aufgepasst: Mister Grüner Veltliner, Bernhard Ott aus Feuersbrunn (Bezirk Krems), keltert Wein, wie seinerzeit Römer und Griechen - in Tonamphoren. Das Besondere daran: Die Trauben werden nicht gepresst, der Most nicht behandelt, der Wein nicht filtriert. Und das schmeckt man! 1500 Flaschen wird es geben.
Erst Ende September kommen die Raritäten in den Verkauf. Heute durfte schon vorkosten: Der Grüne Veltliner nennt sich Qvevre (Amphore), ist goldgelb, betörend im Geruch, mineralisch und pfeffrig-fruchtig im Geschmack, und das alles mit einem extrem langen Abgang. Für Ott ist der Amphorenwein kein Marketinggag, sondern das Reduzieren aufs Maximum. Für ihn ist es die authentischste Art der Weinwerdung. Verglichen mit den Griechen und Römern heute aber mit weitaus besserem, extraktreicherem Traubenmaterial. Der Top-Winzer ist optimistisch, schon im nächsten Jahr deutlich mehr Amphorenwein in seine edlen schwarz-mattierten Flaschen abfüllen zu können: Dieser Wein bedarf absoluter Perfektion. Und auch der Konsument muss erst auf das Geschmackserlebnis eingestimmt werden.
Karl Müllauer